Ein Spaziergang am Klingnauer Stausee

Letztes Wochenende habe ich mir ein „Wellness-Weekend“ in Bad Zurzach gegönnt. Einerseits um mich weiter zu kurieren, anderseits wollte ich schon lange mal am Klingnauer Stausee spazieren gehen. Warum? Ich beobachte sehr gerne Vögel und der Klingnauer Stausee ist ein Hotspot in der Schweiz. Die Tour musste gut geplant sein, da Laufstrecken länger als 5 – 7 km mich aktuell noch überfordern.

Der folgende Screenshot aus GoogleEarth zeigt den Verlauf der gemachten Tour:

Tourenverlauf in Google Earth dargestellt

Tourenverlauf in Google Earth dargestellt

Die Route startet in Koblenz am Bahnhof und geht dann ein kurzes Stück am Rhein vorbei um dann schnurstraks zum Stauwehr der Aare zu führen. Das Stauwehr wird überquert und danach führt die Route immer am See entlang bis zwischen Klingnau und Döttingen die Aare wieder überquert werden kann. Hier hat man die Wahl, ob man eher den Döttinger oder den Klingnauer Bahnhof ansteuern möchte.

BadZurzach_0021Wie auf dem Foto mit der Reiherente leider nicht zu übersehen war es eine feuchte Angelegenheit, aber deshalb nicht weniger schön.

BadZurzach_0031Neben dem üblichem „Schweizer Entenseenprogramm“ gibt es am Klingnauer See auch diverse Spezialitäten zu sehen, wie z.B. die Löffelente oder auch den Grossen Brachvogel. Alle hier dargestellten Fotos habe ich mit ausreichend Abstand gemacht, 400er Tele sei Dank 🙂

BadZurzach_0050Alle Vögel können sehr gut vom Ufer aus betrachtet werden, auch lohnt sich ein Blick auf die rechte Seite, es gibt reichlich Singvögel und auch Greifvögel zu sehen.

BadZurzach_0044Neben Schnatter-, Knäck- und Krickenten konnte ich auch Pfeifenten ablichten,  wie auf dem folgenden Foto dargestellt.

BadZurzach_0053Bei den ganzen Beobachtungsmöglichkeiten waren die Schmerzen im Bein gleich viel weniger schlimm und die gelaufenen Kilometer vergingen fast wie im Flug 🙂

BadZurzach_0057Immer weider konnte ich herrliche Flugstudien machen und auch der in der Schweiz nicht so häufig vorkommende Silberreiher konnte beobachtet werden.

BadZurzach_0078Wer gerne mal einen ornithologischen Spaziegang mit vielen verschiedenen Beobachtungen machen möchte, der sei Klingnau sehr empfohlen. Insbesondere da der Volg in Döttingen die örtliche Winzergenossenschaft beherbergt und das wahrleich kein schlechtes Tröpfchen ist. Dort kann man sich nach der Tour die verdiente Belohnung abholen 🙂

Da es alle halbe Stunde eine Zugverbindung nach Zurzach gibt war ich schnell wieder im Badeparadies. Wer gute Beine hat kann auch via Acheberg oder Zurzacherberg einfach die Hügelkette überwinden und ist auch wieder in Zurzach.

Zwischenbilanz

Da mir inzwischen mehr oder weninger „das Dach auf den Kopf fällt“, ist es für mich mometan wichtig, nicht zu mies drauf zu sein. Zum Glück kann ich mich wieder etwas mehr bewegen, aber noch lange nicht wieder wie gewünscht. Die Tage verbringe ich mit Therapie, Schwimmen, Olympia schauen und dem Ansehen von alten Tour de France-Etappen.

Der wichtigste Therapieort ist aktuell das Bewegungsbad im Churer Kantonsspital, mein Therapeut treibt mich hier fleissig an. Nach der Therapie bin ich völlig platt, aber ich merke insbesondere für die Beweglichkeit, dass mich das weiter bringt 🙂 Gerade Wassertherapie kann ich jedem Hüftpatienten sehr ans Herz legen, bei mir wirkt sie Wunder.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERALetzten Donnerstag habe ich einen ersten Bike-Ausflug unternommen, aber schmerzbedingt war ich nach gut 6 km wieder zu Hause. Immerhin. Letztes Mal hab ich dafür acht Wochen gebraucht, morgen gibt es den nächsten Versuch. Aber Prio 1 ist jetzt erst mal die Krücken entgültig los zu werden, heute habe ich einen ersten Spaziergang komplett „krückenfrei“ gemacht. Leider kann ich das Laufen zur Zeit noch nicht richtig sauber stabilisieren, deshalb sah das vermutlich aus wie bei einem leicht angetrunkenem Kneipenbesucher auf dem Heimweg. Mir fehlt noch die Kraft in den Abdukturen und Adduktoren, das sind die Muskeln die die Seitbewegungen des Beins stabilisieren respektive ermöglichen.

Mit den Schmerzen ist es im Grossen und Ganzem deutlich besser geworden, aber ohne Medikamente ist nach wie vor ein frommer Wunsch. Irgendwie fehlt mir im Augenblick auch die Kraft und die Lust „zu Leiden“. Auch beschwert sich die rechte Hüfte, nur acht Monate Abstand zwischen beiden OPs ist halt schon verdammt wenig. Man muss schon gute Gründe und einen dicken Kopf haben um sich das anzutun.

Wie gehts weiter?

Am nächsten Donnerstag fahre ich ein paar Tage nach Bad Zurzach, das ist ein bekannter Thermalort in der Schweiz. Ich freue mich sehr drauf, endlich mal wieder was Anderes sehen. Auch denke ich, dass mir das Baden sehr gut tun wird, ich hab ja auch sehr gute Erfahrungen aus Scuol in der Beziehung. Da ist mir aber im Augenblick noch zu viel Schnee 😦

Am ersten März geht es nach Mallorca, aber nicht wie üblich in die Tranmontana zu Philipps Biketeam, dies mal fahre ich an die Ostküste zu GustiZollinger. Leider ist die Tranmontana noch zu hügelig für mich, der Ostteil von Mallorca ist sehr flach, damit sind die Chancen Pässe / Berge zu fahren relativ gering. Was ich hier velotechnisch auf die Reihe bekomme, kann ich im Augenblick noch nicht abschätzen. Grosse Sprünge sind vermutlich keine drin, aber ich warte ab und setze mich nicht unter Druck. Gegend und Hotel haben einiges mehr zu bieten als nur Velo fahren.

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