Ja, noch mal was zu 2016…

Momentan bin ich dabei all die Sachen die in den letzten Monaten / Jahren liegen geblieben sind aufzuarbeiten, zu sichten und zu überlegen was mir wichtig ist.

Klar, da ist der ganze Papierkram, AHV-Beiträge die nachgezahlt werden müssen, unser aller Freude die Steuererklärung und natürlich das Geld fürs Steueramt 😦

Aber es gibt auch schöne Dinge bei der Aufarbeitung. Z. B. das Sichten der Fotos aus 2016. Dabei ist mir aufgefallen, dass es in 2016 Monate gab, wo ich nicht oder fast nicht fotografiert habe. Das waren die sehr dunklen Monate die ich in der Klinik verbracht habe.

Jetzt habe ich ein paar Fotos aus 2016 raus gesucht und möchte Euch diese präsenteren.

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Diese Zeichnung ist im Januar entstanden im Rahmen eines Kriseninterventionsaufenthalts auf dem Hasliberg. Die Mobi hatte mir gerade gekündigt, für mich war eine Welt zusammen gebrochen. Klar, aus Sicht Arbeitgeber kann ich diese Entscheidung nach voll ziehen, aber für mich war sie in dem Moment sehr hart. Vermutlich hat diese Kündigung den zweiten schweren depressiven Schub ausgelöst.

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Das Foto stammt aus dem Februar und zeigt mein Lieblingsmotiv „Niesen vor Thuner See“. Es ist bei einer meiner wenigen Velofahrten in dieser Zeit entstanden. Mit meiner Psyche ging es immer weiter bergab, hinzu kam das Bewusstsein, dass es in der Zukunft auch finanziell nicht so einfach werden könnte.

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Dieses Foto ist im April entstanden. Meine Freundin und ich hatten an einem Schreinerkurs auf dem Ballenberg teil genommen. Geniessen konnte ich diesen nicht mehr, gelernt habe ich ein wenig, leider ist nicht mehr soviel in meinem Hirn hängen geblieben. Nichts desdo trotz ist dieser Schemel – in Berndeutsch Taburettli – entstanden. Er steht jetzt in meinem Wohnzimmer und ich bin stolz auf ihn.

Kurz nach dem Kurs begann der stationäre Aufenthalt in der Privatklinik Meiringen.

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Sowas bekommt man gesendet von Mitpatienten. Es hilft die Tatsache zu überspielen, dass man sich in einer psychatrischen Klinik befindet. Es ist die Scham, dass gemeinsame Schicksal was uns in dieser Situation zusammen geschweisst hat. Gleichzeitig ist mir aufgrund der Lebensgeschichten meiner Mitpatienten noch mehr bewusst geworden, wie schnell der soziale Abstieg mit einer psychatrischen Erkrankung sein kann. Insbesondere die IV versucht keine Leistungen zu zahlen, die Betroffenen mit diversen Strategien zu zermürben und möglichst als Simulanten hin zu stellen. Schade, den eigentlich war diese institution mal dazu gedacht einem wieder auf die Beine zu helfen, respektive eine kleine Rente zu zahlen wenn es gar nicht mehr geht. Leider sieht die Politik diese Institution ausschliesslich als Kostenfaktor, insbesondere unsere bürglichen Parteien wie die SVP.

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Dieses Foto ist Ende Juni auf den Planplatten entstanden. Meine Lebensgeister waren endlich wieder am Erwachen. Ich habe mir geschworen dass ich zurück in die „normale Welt“ möchte, mein Leben zurück haben möchte. Auch wenn der Pfad nicht immer gerade läuft.

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Das war die erste kleine Wanderung zum Berner Oberland-Klassiker dem Öschinensee. Der See selbst ist toll, aber leider völlig überlaufen. Nachdem ich in Meiringen zeitweilig noch nicht mal mehr in der Lage war ins Dorf zu laufen, war diese Wanderung über zwei Stunden ein erster Triumph für mich. Insbesondere der Dank an meine Freundin die mich tatkräftig unterstützt. Auch fand der Übertritt in die Tagesklinik nach Interlaken in dieser Zeit statt.

In dieser Zeit habe ich auch begonnen nach einer neuen Wohnung zu suchen, da ich mir die bestehende Wohnung in Thun auf Dauer nicht mehr würde leisten können.

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Dieses Foto wurde in Interlaken West gemacht. Die Tagesklink an diesem Tag war gerade zu Ende.

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Im August machten wir eine Wanderung im Wallis von Simplon Dorf auf den Simplonpass. Dabei ist mir dieser alte Kilometerstein ins Auge gefallen.

Es folgten diverse Wanderungen in denen ich meine Ausdauer sukzessive wieder aufbauen konnte. Das war bitter nötig, denn ichmusste zu einem Gutachten in welchem ich mich sehr schikanniert gefüllt habe. Angefangen bei der Tatsache dass meine Begleitperson bei dem Gutachten nicht dabei sein dürfte – dass sei angeblich gesetzlich verboten – über die „Zwangsabgabe“ von Urin zum Drogentest. Meine Erkrankung hat nichts mit Drogen zu tun – aber eben, wenn man welche gefunden hätte könnte die IV leistungen kürzen respektive streichen.

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Trotz Allem, mein erster Dreitausender in 2016 🙂 Es war ein tolles Gefühl auf disem Gipfel stehen zu können. Dieses Erlebnis gab mir Kraft, die ich später noch gut brauchen sollte.

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Endlich eine neue Wohnung gefunden. Wenn man arbeitslos ist – egal aus welchen Gründen – ist die Wohnungssuche schwierig. Zum Glück haben wir rund um Bern nicht die Verhältnisse wie im Grossraum Zürich oder Genf.

Der Haldensteiner Calanda. Mein Geburtstagsberg Ende September. Im Vorfeld gab es in der Tagesklink Diskussionen ob ich nicht statt dieser Geburtstagstour wieder nach Meiringen gehören würde. Ich hatte einen heftigen Taucher, mal wieder Suizidgedanken.  Auslöser war das Gutachten welches mir zugesetzt hat.

Im gesamten Aufstieg war ich mir nicht sicher ob diese Sache gut ausgehen würde. Dann kam eine Stelle,  an welcher ein kleiner Fehltritt gereicht hätte um alles zu beenden. Die Wand ging gut 500 Meter senkrecht den Berg hinab. In diesem Moment wurde ich von der Lebenslust so überrollt, das alle bedrohlichen Gedanken komplett verschwunden waren. Glücklich stand ich danach auf dem Gipfel und erfreute mich meines Lebens und der tollen Aussicht über das Churer Rheintal und in die Bernina-Gruppe.

Inzwischen hatte der Herbst Einzug gehalten. Es kam die Ablehnung sämtlicher IV-Leistungen, da sie für meinen Fall nicht zuständig seien. Wer zuständig sei konnten sie mir auch nicht sagen.  Also keine Wiedereingliederung, ich musste selber schauen wo ich bleibe. Zum Glück konnte ich mein „Praktikum“ bei der Post wieder aufnehmen, den Arbeit ist viel mehr als nur Lohn erhalten.

Arbeit schafft Tagesstruktur, ermöglicht soziale Kontakte und gibt einem – hoffentlich – eine sinnvolle Aufgabe. Hätte ich das nicht gehabt, wäre vermutlich der nächste Abstürz die Folge gewesen.

Ich meldete mich beim RAV das gleich nichts besseres zu tun hatte, als meine Vermittlungsfähigkeit an zu zweifeln. Dieser Entscheid hatte zur Folge das bis auf weiteres sämtlich Zahlungen eingestellt worden sind.

Es reicht nicht, dass man mit seiner psychischen Erkrankung zu kämpfen hat, und irgend wie versucht, die Beine wieder auf den Boden zu bekommen. Nein, kaum meint man wieder Fuss zu fassen, werden einem wieder dicke Steine in den Weg gelegt. inzwischen zahlt das RAV wieder und ich arbeite mit einem befristeten Arbeitsvertrag zu 50 % bei Der Post CH Informatik.

Dann stand im November der Umzug an. Es ist mir sehr schwer gefallen aus meiner Wohnung in Thun auszuziehen, da ich mich da sehr wohl gefüllt habe. Aber so ist es nun mal. Den Kopf in den Sand zu stecken und die Tatsachen zu ignorieren hat noch keinem geholfen. Also haben wir die Sache angepackt und hinter uns gebracht. Inzwischen fühle ich mich auch in meiner neuen Wohnung wohl.

Das Jahr endete versöhnlich mit einer Wanderung auf einem über 2000er und das im Dezember.

Der Spruch der mit in 2016 am meisten geholfen hat ist folgender: „Auf die Schnauze fallen, Krone richten, aufstehen und weiter machen“. Er stammt aus der Tagesklinik in Interlaken und ist inzwischen so was wie meine Lebensphiliosophie geworden. Es gab Zeiten in 2016 da konnte ich das nicht. Jegliche Kraft fehlte alles war zu viel. Selbst das Essen fand ich zu anstregend.

Hoffentlich muss ich das nie wieder erleben! Ich wünsche allen Lesern das sie das niie erleben müssen!

 

Happy 2017

Frohes neues Jahr?

Ich denke schon. 2016 ist vorbei, ein Schwieriges wenn auch im Nachhinein betrachtet gutes Jahr. Ich hatte viel Theater mit der IV die sich für meinen Fall nicht zuständig fühlt weil sich nicht für Arbeitsüberlastung und psychosoziale Faktoren verantwortlich ist. Das RAV zweifelt meine Vermittlungsfähigkeit an – auch kein Geld 😦 Die Tagegeldversicherung hat mir die Gelder um 50 % gekürzt weil der Gutachter sagt ich kann 100 % arbeiten. Gegen all diese Entscheidungen habe ich Widerspruch eingelegt, mal sehen was dabei raus kommt…

Da kommt mir dieser gute alte Spruch in den Sinn: „Jeder ist seines Glückes Schmied“, auf gut deutsch: Hilf Dir selbst. Denn wer sich auf die Behörden verlässt, der ist verlassen 😦 Schade, ich hatte vor dieser Geschichte einen guten Eindruck vom Schweizer Sozialsystem, der sieht jetzt ganz anders aus.

Trotzdem, oder gerade deshalb: ich schaue zuversichtlich in die Zukunft. Das Burnout habe ich endlich überwunden, ich kann mich wieder gut konzentrieren und das Arbeiten macht mir sehr viel Spass. Wenn ich nicht bei meiner „Freiwilligenarbeit“ (SAP Business Objects DesignStudio, Lumira, BO-Cloud und SAP BW lernen) bin freunde ich mich mit Linux, Websiteprogrammierung und Python an. Schauen wir, ob sich daraus eine Nebenerwerbsquelle generieren lässt. Denn Geld kann ich sehr gut brauchen.

Ich habe eine befristete Stelle mit einem Beschäftigungsgrad von 40 % in Aussicht, dass ist ein Anfang!

Ansonsten übe ich mich fleissig im Klettern, in der Kletterhalle ist es schön warm, was bei unserem momentanen Wetter – Schnee, Schnee und böse Bise – dringend nötig ist….

 

Ich wünsche allen Lesern nachträglich ein tolles 2017 und freue mich darauf hier wieder regelmässiger zu publizieren!

Besinnliches …. aus der Natur

Während der Zeit in der Klinik gab es immer wieder Gelegenheit Entspannung in der Natur zu finden. Bei mir war da meist die Kamera dabei.

Heute möchte ich Euch einige Aufnahmen nach einem heftigem Regen präsentieren.

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Zwei wunderbar gemusterte Schneckenhäuschen – es braucht eine gewisse innerer Ruhe solch kleine Naturschönheiten zu entdecken und vorteilhaft abzulichten.

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Dieses Modell war einfacher abzulichten und kann einem Burni eine Lektion in Achtsamkeit und Langsamkeit erteilen.

Der Regen zaubert herrliche Eindrücke und wir dürfen Sie bewundern.

Der Nebel kam sehr schnell.

Diese schöne Aufnahme konnte ich keine hundert Meter Luftlinie von der Klinik entfernt machen……IMG_0719

Burnout – wie weiter?

Sehr lange habe ich hier nichts mehr geschrieben, dass soll sich nun wieder ändern.

Wer meine Beträge verfolgt hat, hat mitbekommen, dass ich mich letztes Jahr in ein schweres Burnout rein manövriert habe. Ich war insgesamt fast sieben Monate (!) in der Klinik in Meiringen, zuerst im Burnout-Bereich, und dann habe ich die restliche Zeit damit verbracht, meine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) zu kurieren.

Einfach war die Zeit nicht, aber wenigstens ist die Klinik auf dem Hasliberg (Burnout-Bereich) ein kleines Paradies inmitten einer wunderbaren Bergwelt.

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Blick aus meinem Fenster auf das Wetterhorn und die anderen Grössen des Berner Oberlandes

Inziwschen weiss ich dass es ausser Arbeit auch noch anderes gibt, z.B. bin ich in Meiringen an das Arbeiten mit Holz heran geführt worden…

Ich werde Euch in in den nächsten Blog-Einträgen ein wenig berichten wie ich die Zeit verbracht habe und was so für dieses Jahr an Touren geplant ist……

Danke,

Sagen möchte ich Euch für die Wünsche, Aufmunterungen und sonstigen Worte die ich bekommen habe. Insbesondere nach dem sehr dunklen Blog Eintrag „Burnoutgefühle“ habe ich diverse zum Teil sehr besorgte Zuschriften bekommen.

Mir ist bei dem Eintrag wichtig gewesen zu zeigen, dass ein Burnout – leider – viel mehr ist als „nur“ keine Lust auf Arbeit. Ein Burnout ist meist mit einer Erschöpfungsdepression verbunden, und ich wusste nicht, dass Depression so was Grausames für den Betroffenen ist. Auch wenn körperliche Erkrankungen nicht so toll sind, aber ich lasse mir lieber wieder die Hüfte operieren als so einen Sche£%“%“ zu haben….

Ich hatte inzwischen Gelegenheit sowohl die Clinica Holistica in Susch anzuschauen als auch die Burnout-Station in Meiringen-Hasliberg. In beiden Kliniken gab es intensive Gespräche, einmal mit der leitenden Psychologin, ein anderes Mal mit der Chefärztin. Diese Gespräche waren anstrengend für mich aber auch aufschlussreich.

Erste Erkenntnis: Ich komme nicht um einen Klinikaufenthalt herum. Die Sache geht schon zu lange und ist zu weit fortgeschritten als das ich noch ohne Behandlung auf Dauer über die Runden käme. Mir gefällt der Gedanke an einen Aufenthalt in einer „akutpsychatrischen Einrichtung“ überhaupt nicht, auch die schönen Zimmer und die sehr ansprechende Gestaltung beider Kliniken können nicht über diese Tatsache hinweg täuschen L

Zweite Erkenntnis: Ich denke es wird nicht ohne Medis gehen. Ich nehme jetzt bereits etwas zum Schlafen, für mich ist das Medikament aber nur supoptimal. Mit der niedrigen Dosierung ist das Schlafen unwesentlich besser als ohne (im Durschnitt um die vier Stunden Schlaf pro Nacht) mit der höheren Dosierung habe ich den ganzen Folgevormittag was davon L Auch muss ich mir meine Depression behandeln lassen, das kann ohne Medis gehen, die Nebenwirkungen gerade der klassischen Antidepressiva sind mir zu heftig. Bei den neueren Produkten sieht es anders aus, aber auch da ist meine Abenteuerlust nach wie vor nicht besonders gross. Es braucht sicherlich das eine oder andere Gespräch in naher Zukunft um das Thema zu klären.

Wie geht es weiter?

Ein Klinikaufenthalt steht an, das ist definitiv. Entweder in Susch oder im Haslital. Wie immer gibt es dabei mehr oder weniger stark ausgeprägte Unterschiede zwischen den Kliniken die jeder für sich individuell bewerten muss. Sehr offensichtlich sind die unterschiedlichen durchschnittlichen Aufenthaltsdauern, in Such beträgt die Aufenthaltsdauer zwischen vier und sechs Wochen, in Meiringen-Hasliberg liegt sie zwischen acht und zehn Wochen. Dazu kommen andere Ansätze zur Gestaltung der Therapie, ich habe Susch als sehr autoritär erlebt – muss es vermutlich bei der kürzeren Aufenthaltsdauer auch – während in Meiringen-Hasliberg für mich der kooperative Stil überwiegt hat. Welcher Ansatz mir eher liegt kann sich vermutlich jeder Vorstellen der mich kennt…. Auch ist das Thema „Velo fahren“ in Susch eher schwierig, in Meiringen wurde das als sehr positiv bewertet und wird unterstützt.

Ich habe den Eindruck, dass man in Susch eher den Weg ohne Medis sucht – der mir grundsätzlich sehr sympathisch ist – in Meiringen scheint die Pharmatherapie wichtiger Bestandteil der Therapie zu sein.

Wie gesagt, dass sind meine subjektiven Eindrücke aus zwei Besichtigungen inklusive Gesprächen, jeder der sich mit diesem Thema beschäftigt muss sich sein eigenes Bild machen und dann selbst für sich entscheiden, wo er sich wohler fühlt. Vieles hat mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun, es geht auch darum für sich selbst raus zu finden, wo man sich wohler fühlt, das Vertrauen in die betreuenden Personen (Therapeut, Arzt, Pflegende etc.) spielt aus meiner Sicht die grösste Rolle.

Leider kommt dann noch das hässliche Thema der Wartezeit dazu, man kann nicht davon ausgehen, dass man direkt einen Platz in einer solchen Klinik bekommt.

+++ Wenn man weiss wofür man kämpft bekommt die Sache plötzlich einen Sinn +++

Fazit:

Nach dem ich gestern einen Anruf der Bettendisposition aus Meiringen bekommen habe und ich nächste Woche Freitag eintreten kann habe ich mich definitiv für das Haslital entschieden. Es ist für mich auch ein Bekenntnis zum Kanton Bern, meinen neuen zu Hause. Das Kapitel „Leben in Graubünden“ ist vorerst abgehakt. Leider. Aber es bringt nichts dem Vergangenen nach zu trauern, es geht ums Jetzt. Die Zukunft kann ich beeinflussen, die Vergangenheit muss ich so nehmen wie sie ist.

Vom Burnout und modernen Raubrittertum

Wider der inneren Natur soll man nicht zu lange handeln. Sonst kann das dumme Folgen haben. Zum Beispiel kann man sich selbst nicht mehr finden und spürt sich nicht mehr. Wie bei mir. Verdacht auf BurnOut. Und jetzt? Weiss nicht.

Das ich ein ernsteres Problem habe ist mir schon seit November / Dezember letzten Jahres bewusst. Konzentrationsprobleme, alle Arbeiten dauern 3 – 5 x so lange wie sonst, ich vergesse nach ein paar Minuten was ich angefangen habe zu arbeiten 😦  Zum Glück – oder auch nicht – konnte ich das erfolgreich verheimlichen, nur mit Hilfe von PostIts habe ich die Zeit bis Weihnachten überstanden.

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In den Ferien wurde es dann besser, Mitte Januar ging es weider los, im Februar habe ich die Notbremse gezogen und war beim Arzt. Dieser hat mich erst mal teil krank geschrieben, aber leider besteht mein Arbeitgeber auf einer Auszeit 😦 Das hat mich erst recht umgehauen. 😦

Aktuell diskutieren mein Hausarzt und ich einen Klinikaufenthalt. Es ist doch recht speziell, was mir am Freitag wider fahren ist. Ich wolte Informationen von der Klink Schützen in Rheinfelden. Darauf hin habe ich einen Anruf von einer Dame aus der Patientenaufnahme erhalten, die mir das „Geschäftsmodell“ erläutert hat. Wartezeit von fünf ! Monaten, sollte ich ein Einzelzimmer zahlen – pro Nacht zwischen 50 – 70 CHF – verkürzt sich die Wartezeit auf zwei Wochen. Ich finde es sehr spezeil wie auf diese Art und Weise die Kunden ausgenommen werden, insbesondere solche Personenn die sich nur sehr schlecht wehren können und nah am Ende Ihrer Kräfte sind…

Die Berner Klinik in Montana nimmt im übrigen 189 CHF pro Nacht für ein Einzelzimmer….  Dazu kommt diese interessante Aussage,  den man unter „Behandlungspfad“ finden kann: „Die zunehmende Emanzipation der Patienten sowie Anforderungen der Kostenträger verlangen eine höhere Transparenz der Prozesse und somit eine Verbesserung der Patientenintegration in den Behandlungsablauf.“ Meine Meinung dazu: Das ist schon ein Leid mit den armen Patienten die für sich selbst entscheiden wollen und keine Lust haben den „Halbgöttern in Weiss“ blind zu vertrauen.

Was heisst das für mich? Beide Kliniken kommen für mich  nicht in Frage, ich lasse mich weder ausnehmen noch bevormunden. Ich bin gespannt was mich in den nächsten Tagen auf meiner Klinksuche noch so erwartet….

???????????????????????????????Zum Glück wird es langsam Frühjahr und ich habe ausgiebig Zeit meiner Lieblingstherapie dem Velo fahren zu frönen. Das hilft mir, ich denke der Sport und die Sonne sind sehr hilfreich gegen jede Form von Depression.

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Was läuft sonst noch? Ich habe eine Gesprächstherapie angefangen, wo das hin führen wird weiss ich nicht. Medikamente möchte ich keine, es kann nicht sein, dass die Arbeit mich so fertig macht, dass ich Antidepressiva nehmen muss. Auch kann man in diversen Publikationen nach lesen, dass die nicht unbedingt was bringen, aber dafür diverse unangenehme Nebenwirkungen haben. Da werde ich erst alle anderen Register ziehen bovor ich mich mit diesem Thema beschäftige.

Wie es mit dem Thema Arbeit weiter geht kann ich im Augenblick noch nicht sagen, Ich hatte letzte Woche eine telefonische Beratung von einer Burnout-Spezialistin, die mir dringend gerarten hat im Augenblick keine Entscheidungen zu treffen, sondern zu warten „bis etwas Gras über die Sache gewachsen“ ist und dann in Ruhe zu überlegen wie es weiter gehen soll.

Ich versuche zur Zeit mein Alltag zu meistern – Einkaufszettel schreiben ist nicht ganz einfach, Daher ca. 2 – 4 Stunden – und versuche mich in Geduld zu üben. Fortsetzung folgt auf diesem Kanal…..

2015 – weiter wie immer?

Hmm, neues Jahr neues Glück? Wie hiess das mal in einer Werbkampanie der CDU? „Weiter so…“ Oder doch nicht?  Letztes Jahr war für mich ein sehr stürmisches Jahr – selbst für meine Verhältnisse  – und gleichzeitig stelle auch ich fest das ich Älter werde. 2015

Das Jahr begann mit dem Eingriff an der linken Hüfte, dann gab es im März den Jobwechsel inklusive Wochenaufenthalt in der Business-WG in Bern. Im Juni bin ich bei meiner Radtour am Tschechischen Teil der Elbe „zur Welt gekommen“, habe im September eine Radtour nach / in Frankreich abgebrochen – Tourenbericht folgt – und bin im Oktober nach Thun gezogen. Im November waren die Schmerzen an der rechten Hüfte so gemein, dass ich mir Cortison ins Gelenk spritzen lassen musste. Zur Belohnung gab es dann Ende November noch einen fiesen Virusinfekt, der mich bis fast jetzt stark beeinträchtigt hat.

Und sonst? Gut über 5000 km Velo gefahren – yuhu 🙂 – neue Bekanntschaften gemacht, gehe endlich wieder regelmässig ins Krafttraining – und doch der Zeiger der Waage bewegt sich nach langsam nach rechts, und die Hüftschmerzen lassen sich an vielen Tagen nur mit Schmerzmitteln / Cortison im Griff halten. Soll das so weiter gehen? Muss ich mich von all meinen geplanten Vorhaben verabschieden? Ist der Weg an dieser Stelle vorgezeichnet? Irgend wann Probleme mit den Nebenwirkungen der Schmerzmittel, Cortison? Künstliche Gelenke, immer fetter werden?

Meine „Ex-Frauenärztin“ würde das in ihrer primitiven schulmedizinischen Brille vermutlich richtig finden. Ein Eisenwert von 39 (Ende Oktober, jetzt vermutlich bei unter 20) ist normal, da muss man nichts machen… Statt dessen die Pille (reine Gestagene!) um mich vorzeitig in die Wechseljahre zu schiessen. Einerseits gute Idee – vielleicht hören dann endlich mal die elendigen Blutungen auf und der Eisenwert stabilisiert sich. Der Preis? Noch fetter, Osteoporose etc. Davon kein Wort – Danke Schulmedizinerin…

Daher versuche ich seit gut einer Woche etwas Anderes. In diversen Berichten / Foren habe ich gelesen, dass sich Gelenkschmerzen über die Ernährung beeinflussen lassen sollen. Nach dem ich das dann zum x-tem Mal gelesen habe, habe ich mich entschieden einen Selbstversuch zu starten. Meine Wahl ist auf Paleo gefallen, da dort konsequent Getriede und in der Reinform auch Milch und Milchprdukte gemieden werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Milch nicht mein Problem ist, Getreide könnte es aber schon sein….

Also habe ich mir über Weihnachten ein dickes Kochbuch gekauft, die Rezepte und die dahinter stehende Philosopie angeschaut – und bin seit knapp einer Woche dabei. Das sich der Zeiger der Waage nach links bewegt – ist ja am Anfang immer so, das überflüssige Wasser geht raus – ist klar. Paleo kann mit „Steinzeitkost“ übersetzt werden und damit ist auch gleich klar, dass jede Form von künstlichen Nahrungsmitteln gestrichen ist. Das Gleiche gilt für alle Getreidesorten. Reis und Kartoffeln sind hart an der Grenze, ich habe mich für den Anfang entschieden bis auf Weiteres darauf zu verzichten.

Dafür gibt es jetzt jede Menge Gemüse, Obst, Eier, Fleisch und Fisch. Dazu kommen diverse neue Zutaten….

Hunger habe ich bisher wenig, nur der Gang an der Bäckerei vorbei absolviere ich am Besten mit geschlossenen Augen 😦 Bier ist komplett gestrichen – bis auf Weiteres – gelengetlich ein Glas Wein ist erlaubt. Das Ganze hält mich definitv auf Trapp, den Einkauf mal eben beim Grossverteiler erledigen ist nicht mehr. Zum Glück hat Thun jede Woche einen Wochenmarkt, es gibt einen Laden für „Öko-Futter“ und jede Menge echte Metzger, einer davon hat auch eine ganz gute Fischtheke.

Der Effekt? Heute habe ich das Erstemal das Gefühl das meine Gelenke nicht mehr so steif sind und ich beweglicher bin, obwohl es draussen ekelig nebelig, feucht und kalt ist. Es wäre schön wenn das nicht nur ein Momenteffekt wäre. Ich führe jetzt ein Schmerztagebuch, in dem ich dokumetniere wie es mir jeden Tag geht. Mal sehen wohin der Selbstversuch führt.

Falls jemand sich für Paleo interssieren sollte kann ich den folgenden Link empfehlen, schön objektiv aus der Süddeutschen