Das angebrochene Steissbein

Ach ja, war das Wochenende in Davos schön, ja wenn, ja wenn da nicht der kleine Unfall gewesen wäre 😦

Am Sonntag gleich nach dem Start passierte es. Meine Freundin und ich wollten mit den Langlaufskiern Richtung Frauenkirche ziehen, wir stiegen unterhalb des Skilifts Bolgen in die Piste ein.

Wie das halt so am frühen Morgen ist, war die Poste ziemlich vereisst. Kaum war ich los, rutschte mir der linke Ski auf dem Eis nach vorne weg und schon schlug ich mit meiner Kehrseite auf das Eis auf.

Die Schmerzen waren brutal. Ich rief noch nach meiner Freundin, aber die hat mich nicht gehört und war schon vorne weg. Sicher lag ich knapp fünf Minuten auf dem Boden um erst mal wieder Luft zu bekommen und die Sterne vor meinen Augen verschwinden zu lassen.

Danach rappelte ich mich mühsam unter Schmerzen wieder auf die Beine. Ich ging zu diesem Zeitpunkt noch von einem geprellten Steissbein aus, an dem man ehr nicht viel machen könne, ausser die Zähne zusammen zu beissen und darauf zu hoffen, dass die Schmerzen irgend wann wieder verschwinden.

Mühsam folgte ich meiner Freundin welche ein paar hundert Meter weiter auf mich wartete. Ich erklärte ihr die Sachlage, für mich war hier mit Langlauf-Ski fahren für diesen Tag Schluss, dafür tat das Ganze zu weh.

Zum Glück konnte ich noch mal in das bereits geräumte Zimmer und mich auf das Bett legen. Dazu gab es eine ordentliche Portion Schmerzmittel. Am Nachmittag stand dann die Fahrt nach Hause mit dem Zug an. Das war eine ziemliche Quälerei, aber irgend wann war es durchgestanden.

Montag morgen machte ich mich mit meinem Stromer auf den Weg zur Arbeit. Das ging von den Schmerzen einigermassen, da man vorgebeugt auf dem Velo sitzt, der Zur wäre nicht wirklich besser gewesen.

Durchgehalten habe ich bis gegen Mittag, danach war Schluss, die Schmerzen zu stark und ich zu platt um noch irgend etwas sinnvolles auf die Reihe zu bekommen. Der Heimweg mit dem Stromer war dann sehr schmerzhaft.

Dienstag morgen ging ich dann endlich zum Arzt, in dem Wissen, das bei Steissbeingeschichten eh nichts gemacht werden kann….

Unterwegs im Zug nach Belp konnte ich dafür dieses traumhafte Foto der Ebene schiessen.

Der Arzt stellte fest, dass das Steissbein angebrochen ist und dass es drei Wochen weh tun würde und die Sache nach gut sechs Wochen ausgestanden sein dürfte. Dazu gab es eine Krankschreibung für ein bis zwei Wochen.

Tja, so bin ich im Augenblick zurück gebunden, was meine sportlichen Aktivitäten angeht. Daher muss ich umso mehr aufpassen was ich esse, damit ich mein Abnehmziel von 2 kg pro Monat einhalten kann. Also nicht nur Schmerz sondern auch viel Essdisziplin 😦

Burnout – wie weiter?

Sehr lange habe ich hier nichts mehr geschrieben, dass soll sich nun wieder ändern.

Wer meine Beträge verfolgt hat, hat mitbekommen, dass ich mich letztes Jahr in ein schweres Burnout rein manövriert habe. Ich war insgesamt fast sieben Monate (!) in der Klinik in Meiringen, zuerst im Burnout-Bereich, und dann habe ich die restliche Zeit damit verbracht, meine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) zu kurieren.

Einfach war die Zeit nicht, aber wenigstens ist die Klinik auf dem Hasliberg (Burnout-Bereich) ein kleines Paradies inmitten einer wunderbaren Bergwelt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Blick aus meinem Fenster auf das Wetterhorn und die anderen Grössen des Berner Oberlandes

Inziwschen weiss ich dass es ausser Arbeit auch noch anderes gibt, z.B. bin ich in Meiringen an das Arbeiten mit Holz heran geführt worden…

Ich werde Euch in in den nächsten Blog-Einträgen ein wenig berichten wie ich die Zeit verbracht habe und was so für dieses Jahr an Touren geplant ist……

Danke,

Sagen möchte ich Euch für die Wünsche, Aufmunterungen und sonstigen Worte die ich bekommen habe. Insbesondere nach dem sehr dunklen Blog Eintrag „Burnoutgefühle“ habe ich diverse zum Teil sehr besorgte Zuschriften bekommen.

Mir ist bei dem Eintrag wichtig gewesen zu zeigen, dass ein Burnout – leider – viel mehr ist als „nur“ keine Lust auf Arbeit. Ein Burnout ist meist mit einer Erschöpfungsdepression verbunden, und ich wusste nicht, dass Depression so was Grausames für den Betroffenen ist. Auch wenn körperliche Erkrankungen nicht so toll sind, aber ich lasse mir lieber wieder die Hüfte operieren als so einen Sche£%“%“ zu haben….

Ich hatte inzwischen Gelegenheit sowohl die Clinica Holistica in Susch anzuschauen als auch die Burnout-Station in Meiringen-Hasliberg. In beiden Kliniken gab es intensive Gespräche, einmal mit der leitenden Psychologin, ein anderes Mal mit der Chefärztin. Diese Gespräche waren anstrengend für mich aber auch aufschlussreich.

Erste Erkenntnis: Ich komme nicht um einen Klinikaufenthalt herum. Die Sache geht schon zu lange und ist zu weit fortgeschritten als das ich noch ohne Behandlung auf Dauer über die Runden käme. Mir gefällt der Gedanke an einen Aufenthalt in einer „akutpsychatrischen Einrichtung“ überhaupt nicht, auch die schönen Zimmer und die sehr ansprechende Gestaltung beider Kliniken können nicht über diese Tatsache hinweg täuschen L

Zweite Erkenntnis: Ich denke es wird nicht ohne Medis gehen. Ich nehme jetzt bereits etwas zum Schlafen, für mich ist das Medikament aber nur supoptimal. Mit der niedrigen Dosierung ist das Schlafen unwesentlich besser als ohne (im Durschnitt um die vier Stunden Schlaf pro Nacht) mit der höheren Dosierung habe ich den ganzen Folgevormittag was davon L Auch muss ich mir meine Depression behandeln lassen, das kann ohne Medis gehen, die Nebenwirkungen gerade der klassischen Antidepressiva sind mir zu heftig. Bei den neueren Produkten sieht es anders aus, aber auch da ist meine Abenteuerlust nach wie vor nicht besonders gross. Es braucht sicherlich das eine oder andere Gespräch in naher Zukunft um das Thema zu klären.

Wie geht es weiter?

Ein Klinikaufenthalt steht an, das ist definitiv. Entweder in Susch oder im Haslital. Wie immer gibt es dabei mehr oder weniger stark ausgeprägte Unterschiede zwischen den Kliniken die jeder für sich individuell bewerten muss. Sehr offensichtlich sind die unterschiedlichen durchschnittlichen Aufenthaltsdauern, in Such beträgt die Aufenthaltsdauer zwischen vier und sechs Wochen, in Meiringen-Hasliberg liegt sie zwischen acht und zehn Wochen. Dazu kommen andere Ansätze zur Gestaltung der Therapie, ich habe Susch als sehr autoritär erlebt – muss es vermutlich bei der kürzeren Aufenthaltsdauer auch – während in Meiringen-Hasliberg für mich der kooperative Stil überwiegt hat. Welcher Ansatz mir eher liegt kann sich vermutlich jeder Vorstellen der mich kennt…. Auch ist das Thema „Velo fahren“ in Susch eher schwierig, in Meiringen wurde das als sehr positiv bewertet und wird unterstützt.

Ich habe den Eindruck, dass man in Susch eher den Weg ohne Medis sucht – der mir grundsätzlich sehr sympathisch ist – in Meiringen scheint die Pharmatherapie wichtiger Bestandteil der Therapie zu sein.

Wie gesagt, dass sind meine subjektiven Eindrücke aus zwei Besichtigungen inklusive Gesprächen, jeder der sich mit diesem Thema beschäftigt muss sich sein eigenes Bild machen und dann selbst für sich entscheiden, wo er sich wohler fühlt. Vieles hat mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun, es geht auch darum für sich selbst raus zu finden, wo man sich wohler fühlt, das Vertrauen in die betreuenden Personen (Therapeut, Arzt, Pflegende etc.) spielt aus meiner Sicht die grösste Rolle.

Leider kommt dann noch das hässliche Thema der Wartezeit dazu, man kann nicht davon ausgehen, dass man direkt einen Platz in einer solchen Klinik bekommt.

+++ Wenn man weiss wofür man kämpft bekommt die Sache plötzlich einen Sinn +++

Fazit:

Nach dem ich gestern einen Anruf der Bettendisposition aus Meiringen bekommen habe und ich nächste Woche Freitag eintreten kann habe ich mich definitiv für das Haslital entschieden. Es ist für mich auch ein Bekenntnis zum Kanton Bern, meinen neuen zu Hause. Das Kapitel „Leben in Graubünden“ ist vorerst abgehakt. Leider. Aber es bringt nichts dem Vergangenen nach zu trauern, es geht ums Jetzt. Die Zukunft kann ich beeinflussen, die Vergangenheit muss ich so nehmen wie sie ist.

Das Mentale spielt immer mit…

Vor zwei Wochen war es so weit. Erescheinen beim neuen Arbeitgeber in Bern. Vorher konnte ich noch gut 10 Tage Mallorca mit dem Velo geniessen – Bericht dazu folgt…

Die Arbeit ist ok, aber 100 % arbeiten = 42,5 Stunden pro Woche am Schreibtisch verbringen, macht keinen Spass mehr. Dazu kommt, dass die Arbeit in Bern ist – sicher es gibt schlimmere Orte auf der Welt. Aber mit dem Weggehen von Graubünden ist es nicht mehr so einfach wie ich ursprünglich gedacht hatte. Ich weiss nicht ob es am älter werden liegt, oder ich einfach mein Herz in Graubünden verloren habe. Für die nächste Zeit hab ich ein möbliertes Appartment, aber auf Dauer muss eine andere Lösung her.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vor gut einer Woche war ich mal wieder zur Nachuntersuchung mit meiner Hüfte – laut Arzt alles gut. Sicher, die Sache ist noch im Aufbau, deshalb darf ich vermutlich keine Wunder erwarten. Auch bin ich weiter als bei der anderen Seite, der Verlauf ist sehr erfreulich. Rechts ist weniger erfreulich, ich weiss nicht, was ich noch erwarten darf. Ich weiss auch nicht wirklich wie ich damit jetzt umgehen soll. Muss ich mich auf ein Leben mit Einschränkungen einstellen und akkzeptieren das es nicht mehr so wird wie es vorher war? Meine Personaltrainerin und ein gut bekannter Physio hat mir erklärt, dass ich niemals die Hoffnung aufgeben darf und fleissig weiter trainieren muss. Denn wenn ich aufgebe, dann ist es ganz schnell vorbei, die Arthrose kommt und damit das unvermeidliche künstliche Hüftgelenk. Das will ich nicht….

Beim Velo fahren ist der Kopf auch aktuell eher störend als nützlich. Erste mentale Herausforderung war auf Mallorca, bei der Auffahrt auf den Mont Sion. Man kann sich selbst schon ziemlich down reden / denken. Fast wäre ich nicht hoch gekommen. Ich bin dann abgestiegen, hab eine kleine Pause gemacht und mich im Mentaltraining geübt. Und siehe da, schon gehts problemlos aufwärts….

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute war ich mit dem Bike unterwegs. Herrlichstes Wetter. Bergauf. Irgend wann war fertig. Wirklich fertig? Oder einfach nur geistige Grenze? Ich weiss es nicht. Der Weg zurück ist nicht nur körperlich eine Herausforderung, auch mental ist es eine Herausforderung….

OLYMPUS DIGITAL CAMERANeuer Job, neuer Ort, der Weg zurück. Ich hätte es einfacher haben können. Aber dann wäre es langweilig…..

Ein Spaziergang am Klingnauer Stausee

Letztes Wochenende habe ich mir ein „Wellness-Weekend“ in Bad Zurzach gegönnt. Einerseits um mich weiter zu kurieren, anderseits wollte ich schon lange mal am Klingnauer Stausee spazieren gehen. Warum? Ich beobachte sehr gerne Vögel und der Klingnauer Stausee ist ein Hotspot in der Schweiz. Die Tour musste gut geplant sein, da Laufstrecken länger als 5 – 7 km mich aktuell noch überfordern.

Der folgende Screenshot aus GoogleEarth zeigt den Verlauf der gemachten Tour:

Tourenverlauf in Google Earth dargestellt

Tourenverlauf in Google Earth dargestellt

Die Route startet in Koblenz am Bahnhof und geht dann ein kurzes Stück am Rhein vorbei um dann schnurstraks zum Stauwehr der Aare zu führen. Das Stauwehr wird überquert und danach führt die Route immer am See entlang bis zwischen Klingnau und Döttingen die Aare wieder überquert werden kann. Hier hat man die Wahl, ob man eher den Döttinger oder den Klingnauer Bahnhof ansteuern möchte.

BadZurzach_0021Wie auf dem Foto mit der Reiherente leider nicht zu übersehen war es eine feuchte Angelegenheit, aber deshalb nicht weniger schön.

BadZurzach_0031Neben dem üblichem „Schweizer Entenseenprogramm“ gibt es am Klingnauer See auch diverse Spezialitäten zu sehen, wie z.B. die Löffelente oder auch den Grossen Brachvogel. Alle hier dargestellten Fotos habe ich mit ausreichend Abstand gemacht, 400er Tele sei Dank 🙂

BadZurzach_0050Alle Vögel können sehr gut vom Ufer aus betrachtet werden, auch lohnt sich ein Blick auf die rechte Seite, es gibt reichlich Singvögel und auch Greifvögel zu sehen.

BadZurzach_0044Neben Schnatter-, Knäck- und Krickenten konnte ich auch Pfeifenten ablichten,  wie auf dem folgenden Foto dargestellt.

BadZurzach_0053Bei den ganzen Beobachtungsmöglichkeiten waren die Schmerzen im Bein gleich viel weniger schlimm und die gelaufenen Kilometer vergingen fast wie im Flug 🙂

BadZurzach_0057Immer weider konnte ich herrliche Flugstudien machen und auch der in der Schweiz nicht so häufig vorkommende Silberreiher konnte beobachtet werden.

BadZurzach_0078Wer gerne mal einen ornithologischen Spaziegang mit vielen verschiedenen Beobachtungen machen möchte, der sei Klingnau sehr empfohlen. Insbesondere da der Volg in Döttingen die örtliche Winzergenossenschaft beherbergt und das wahrleich kein schlechtes Tröpfchen ist. Dort kann man sich nach der Tour die verdiente Belohnung abholen 🙂

Da es alle halbe Stunde eine Zugverbindung nach Zurzach gibt war ich schnell wieder im Badeparadies. Wer gute Beine hat kann auch via Acheberg oder Zurzacherberg einfach die Hügelkette überwinden und ist auch wieder in Zurzach.

Zwischenbilanz

Da mir inzwischen mehr oder weninger „das Dach auf den Kopf fällt“, ist es für mich mometan wichtig, nicht zu mies drauf zu sein. Zum Glück kann ich mich wieder etwas mehr bewegen, aber noch lange nicht wieder wie gewünscht. Die Tage verbringe ich mit Therapie, Schwimmen, Olympia schauen und dem Ansehen von alten Tour de France-Etappen.

Der wichtigste Therapieort ist aktuell das Bewegungsbad im Churer Kantonsspital, mein Therapeut treibt mich hier fleissig an. Nach der Therapie bin ich völlig platt, aber ich merke insbesondere für die Beweglichkeit, dass mich das weiter bringt 🙂 Gerade Wassertherapie kann ich jedem Hüftpatienten sehr ans Herz legen, bei mir wirkt sie Wunder.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERALetzten Donnerstag habe ich einen ersten Bike-Ausflug unternommen, aber schmerzbedingt war ich nach gut 6 km wieder zu Hause. Immerhin. Letztes Mal hab ich dafür acht Wochen gebraucht, morgen gibt es den nächsten Versuch. Aber Prio 1 ist jetzt erst mal die Krücken entgültig los zu werden, heute habe ich einen ersten Spaziergang komplett „krückenfrei“ gemacht. Leider kann ich das Laufen zur Zeit noch nicht richtig sauber stabilisieren, deshalb sah das vermutlich aus wie bei einem leicht angetrunkenem Kneipenbesucher auf dem Heimweg. Mir fehlt noch die Kraft in den Abdukturen und Adduktoren, das sind die Muskeln die die Seitbewegungen des Beins stabilisieren respektive ermöglichen.

Mit den Schmerzen ist es im Grossen und Ganzem deutlich besser geworden, aber ohne Medikamente ist nach wie vor ein frommer Wunsch. Irgendwie fehlt mir im Augenblick auch die Kraft und die Lust „zu Leiden“. Auch beschwert sich die rechte Hüfte, nur acht Monate Abstand zwischen beiden OPs ist halt schon verdammt wenig. Man muss schon gute Gründe und einen dicken Kopf haben um sich das anzutun.

Wie gehts weiter?

Am nächsten Donnerstag fahre ich ein paar Tage nach Bad Zurzach, das ist ein bekannter Thermalort in der Schweiz. Ich freue mich sehr drauf, endlich mal wieder was Anderes sehen. Auch denke ich, dass mir das Baden sehr gut tun wird, ich hab ja auch sehr gute Erfahrungen aus Scuol in der Beziehung. Da ist mir aber im Augenblick noch zu viel Schnee 😦

Am ersten März geht es nach Mallorca, aber nicht wie üblich in die Tranmontana zu Philipps Biketeam, dies mal fahre ich an die Ostküste zu GustiZollinger. Leider ist die Tranmontana noch zu hügelig für mich, der Ostteil von Mallorca ist sehr flach, damit sind die Chancen Pässe / Berge zu fahren relativ gering. Was ich hier velotechnisch auf die Reihe bekomme, kann ich im Augenblick noch nicht abschätzen. Grosse Sprünge sind vermutlich keine drin, aber ich warte ab und setze mich nicht unter Druck. Gegend und Hotel haben einiges mehr zu bieten als nur Velo fahren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dieser Weg…

wird kein leichter sein – heisst es im Song von Xavier Nandoo. Wer das Lied nicht kennt kann es hier hören.

Eingentlich sollte dieser Beitrag „Über die Angst – und wie man dagegen vorgeht“ heissen. Dann hab ich heute morgen im Radio Xaviers Lied gehört und hab mich spontan für den anderen Titel entschieden da er viel besser zum Thema passt.

DSCF3598

Am 6. Januar „darf“ ich wieder unters Messer und mir stand die letzen Tage die Angst davor bis zum Hals. Jetzt geht es mir langsam besser, denn ich habe eine andere Einstellung zum Thema gefunden. Das war am Anfang nicht ganz leicht, aber nach dem ich mir die Sache x-mal „vorgebetet“ habe glaube ich jetzt langsam aber sicher dran 🙂 Die Geschichte ist die:

„Wenn ich das jetzt hinter mir habe kann es nur besser werden. Ich habe nur zwei Hüften, es wird nun die zweite Hüfte operiert und damit sollte dann Ruhe sein. Ich kann anfangen wieder sauber aufzubauen und damit ist die Sache ausgestanden“.  „Ich habe einen tollen Sommer vor mir, und kann endlich weider schmerzfrei Velo fahren und halbwegs schmerzfrei Wandern.“

Verrückt? Einfälltig? Eher nicht, denn der Glaube kann Berge versetzen.

DSCF3633Vor einiger Zeit hat mich mal ein Arbeitskollege gefragt wo ich die ganze Motivation her nehme. Die Frage ist einfach zu beantworten: Ich glaube an meine Ziele. Wenn ich die nicht hätte, wer ich vermutlich schon eine rollende fette Tonne. Statt dessen hab ich letztes Jahr insgesamt gut 7 Kilo abgenommen und werde dieses Jahr wieder diverse Kilos abnehmen.

Sich Ziele setzen heisst aber auch zu verzichten. Wenn ich das Eine mache, kann ich nicht das Andere machen. Auch mir fällt das nicht gerade leicht, aber ohne Fokosierung geht es nun mal nicht. Daher wird mein Weg weiter gehen, aber auf Rosen bin ich nicht dabei gebettet….

Engadiner Bilderbogen

Leider sind die zwei Wochen Ferien schon wieder um. Ich hab meine Zeit mit Biken, Wandern und Relaxen verbracht. Weiter Unten ein paar bildliche Impressionen der herrlichen Zeit.

Oberengadin (rund um St.Moritz, die letzten beiden Bilder aus Tirano)

??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ???????????????????????????????

Unterengadin (rund um Scuol)

??????????????????????????????? ?????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ?????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ?????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ?????????????????????? ??????????????????????????????? ???????????????????????????????

Bogn Engadina –> mein Lieblingsbad in Scuol, diverse Fotos direkt aus dem Wasser)

??????????????????????????????? ?????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ??????????????????????????????? ?????????????????????? ??????????????????????????????? ???????????????????????????????

Ferien sind schon was schönes 🙂

Drei Monate Post-OP – Zwischenbilanz

Heute auf den Tag ist meine OP drei Monate her. Seit zwei Wochen gehe ich wieder zu 100 % arbeiten, es ist zwar stressig, aber mit gewissen Modifikationen funktioniert es gut. Modifikation bedeutet, immer wieder zwischen durch die Position zu wechseln, nicht zu lange in der gleichen Position zu bleiben. Also Schreibtisch hoch, im Stehen arbeiten, wieder hinsetzen. Mittagspause beim Schwimmen verbringen etc.

Auch wenn der Anfang sehr zäh war, kann ich heute schon sagen, es hat sich gelohnt. Die ewigen Schmerzen sind weg, auch das Velo fahren geht immer besser.

Kilometerstatistik der letzten Wochen

Kilometerstatistik der letzten Wochen

Die Kilometer werden auch wieder mehr, bei 50 km am Stück ist noch Schluss. Die Spitzenleistung der Wochenkilometer hatte ich vorletzte Woche, die letze Woche konnte ich nicht so viel fahren, da ich viel in Bern – ohne Velo – war.

Mit Steigungen ist es noch „harzig“, hier ein Beispiel aus der vorletzten Woche.

Diagranne: Geschwindigkeit - Hühenmeter - Puls

Diagranne: Geschwindigkeit – Hühenmeter – Puls

Die Tour hatte um die 250 Höhenmeter, danach hatte ich wieder leichte Schmerzen, die gehen allerdings in gut 24 Stunden wieder weg. Im Augenblick arbeite ich eher mit „Stichbelastungen“, d.h. ich fahre ein wenig aus dem Churer Rheintal raus, ein paar hundert Meter den Berg hoch, drehen, fertig.

Ab nächste Woche habe ich zwei Wochen Ferien, die erste Woche bin ich in St.Moritz, die zweite Woche in Scoul. Die Zeit möchte ich noch mal nutzen, um weiter an der Kraft zu arbeiten. Denn daran hapert es noch. Aber auch das wird wieder werden:-)

Auch möchte ich veruchen meine Gehstrecken aus zu bauen, aktuell ist nach 1 -2 Stunden Schluss 😦 Aber kommt Zeit, kommt Gehstrecke. Geduld heisst das Zauberwort, Pläne machen besser später…

Langsam bin ich wieder die Alte, voller Elan, zwar immer noch mit zu viel Speck auf den Rippen, aber ja, es geht aufwärts:-)

Kip sate und andere holländische Spezialitäten

Kip sate heisst einfach übersetzt ganz simpel Hähnchenspiesse. Aber was für welche! Die niederländische Küche ist stark geprägt vom creolischen Einfluss, d.h. Erdnussbutter und Erdnusssouce spielen eine wichtige Rolle in der Küche. Daher werden die Spiesse in Erdnussbuttersouce serviert, dazu gibt es die obligatorischen Frites, und die Krönung der Kalorienschlacht ist dann die Mayo. Dazu ein Heinecken, und das niederländische Strandleben ist perfekt 🙂

Scheveningen Strand, im Hintergrund das Kurhaus

Scheveningen Strand, im Hintergrund das Kurhaus

Diese mehr oder weniger köstliche Kombination kann in Scheveningen zu völlig überteuerten Preisen in so ziemlich jeder Strandbude genossen werden. Überhaupt, mit der gesunden Ernährung ist das hier so eine Sache. Nachdem ich die ersten paar Tage meinen Heisshunger auf Lakritze, Weingummi und Chokotoff gestillt habe, fing ich gestern an, die gesünderen Alternativen zu erforschen. Leider ist das gar nicht so einfach. Vollkornbrot ist Mangelware, einen guten Salat zu bezahlbaren Preisen zu finden, ist auch nicht gerade eine einfache Aufgabe. Komisch, und das in einem Land, wo es so viele Gewächshäuser gibt….

Aber nun genug über das Essen gemäkert, wenden wir uns dem Sport zu. Ich hab mir Holland ausgesucht, um mich langsam wieder an das Velo fahren zu wagen. Bisher ist das gut gelungen, gestern habe ich eine Tour von sage und schreibe 23 Kilometern unternommen, und das auf dem landesüblichen Hollandrad:-) Diese Tour führte mich in ein herrliches Dünengebiet direkt vor den Toren Den Haags, in die Meijendel.

Blick Richtung Den Haag

Blick Richtung Den Haag

Das Gebiet ist für mich ein Traum, da ich meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Fotografieren von Vögeln, hier ausgiebig nachkommen kann. Der Radweg ist gleichzeitig ausgeschlildert als der holländische Teil des Nordseeküstenradwegs. Entsprechend viele Radler waren unterwegs, auch für mich wäre die Umrundung der Nordsee durchaus mal ein spannendes Projekt…

Den Kaffee habe ich dann am Strand von Wassenmaar genossen.

Strandkaffee

Strandkaffee

Nachmittags gab es noch einen Strandspaziergang, der erste barfuss, und immerhin war ich fast 1,5 Stunden unterwegs. Das ist neuer Rekord für mich.

Heute merke ich meine Aktivitäten von gestern. Ausserdem haben wir heute einen Regentag. Daher habe ich Zeit diesen Blogeintrag zu schreiben und geniesse den Ruhetag.

In den nächsten Tagen möchte ich insbesondere die Aktivität „Strandspaziergang“ weiter ausbauen. Schauen wir, wie viel Marschieren meine Hüfte schon verträgt. Ich merke, wie gut mir der Tapetenwechsel psychsich tut, und bin froh, dass ich wieder halbwegs laufen kann. Mir fehlen aber immer noch die stundenlangen Märsche, die ich von früher her gewohnt bin. Bisher konnte ich fast jeden Ort mit eigener körperlicher Kraft erreichen, sei es zu Fuss oder mit dem Velo. Es ist ein harter Einschnitt, dass es momentan anders ist. Vielleicht bereits ein erster Vorgeschmack auf das Alter?

Nun genug Trübsal geblasen, es geht schliesslich aufwärts! Jeder Tag bringt einen kleinen Fortschritt, auch wenn heute ein Ruhetag ist.  Nachher werde ich das Schwimmbad im Hotel testen, um ein wenig Wassergymastik zu machen. Auch soll das Wetter heute Nachmittag besser werden, zur Not lockt das ein oder andere interessante Museum in Den Haag…..