Zwischenbilanz

Da mir inzwischen mehr oder weninger „das Dach auf den Kopf fällt“, ist es für mich mometan wichtig, nicht zu mies drauf zu sein. Zum Glück kann ich mich wieder etwas mehr bewegen, aber noch lange nicht wieder wie gewünscht. Die Tage verbringe ich mit Therapie, Schwimmen, Olympia schauen und dem Ansehen von alten Tour de France-Etappen.

Der wichtigste Therapieort ist aktuell das Bewegungsbad im Churer Kantonsspital, mein Therapeut treibt mich hier fleissig an. Nach der Therapie bin ich völlig platt, aber ich merke insbesondere für die Beweglichkeit, dass mich das weiter bringt 🙂 Gerade Wassertherapie kann ich jedem Hüftpatienten sehr ans Herz legen, bei mir wirkt sie Wunder.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERALetzten Donnerstag habe ich einen ersten Bike-Ausflug unternommen, aber schmerzbedingt war ich nach gut 6 km wieder zu Hause. Immerhin. Letztes Mal hab ich dafür acht Wochen gebraucht, morgen gibt es den nächsten Versuch. Aber Prio 1 ist jetzt erst mal die Krücken entgültig los zu werden, heute habe ich einen ersten Spaziergang komplett „krückenfrei“ gemacht. Leider kann ich das Laufen zur Zeit noch nicht richtig sauber stabilisieren, deshalb sah das vermutlich aus wie bei einem leicht angetrunkenem Kneipenbesucher auf dem Heimweg. Mir fehlt noch die Kraft in den Abdukturen und Adduktoren, das sind die Muskeln die die Seitbewegungen des Beins stabilisieren respektive ermöglichen.

Mit den Schmerzen ist es im Grossen und Ganzem deutlich besser geworden, aber ohne Medikamente ist nach wie vor ein frommer Wunsch. Irgendwie fehlt mir im Augenblick auch die Kraft und die Lust „zu Leiden“. Auch beschwert sich die rechte Hüfte, nur acht Monate Abstand zwischen beiden OPs ist halt schon verdammt wenig. Man muss schon gute Gründe und einen dicken Kopf haben um sich das anzutun.

Wie gehts weiter?

Am nächsten Donnerstag fahre ich ein paar Tage nach Bad Zurzach, das ist ein bekannter Thermalort in der Schweiz. Ich freue mich sehr drauf, endlich mal wieder was Anderes sehen. Auch denke ich, dass mir das Baden sehr gut tun wird, ich hab ja auch sehr gute Erfahrungen aus Scuol in der Beziehung. Da ist mir aber im Augenblick noch zu viel Schnee 😦

Am ersten März geht es nach Mallorca, aber nicht wie üblich in die Tranmontana zu Philipps Biketeam, dies mal fahre ich an die Ostküste zu GustiZollinger. Leider ist die Tranmontana noch zu hügelig für mich, der Ostteil von Mallorca ist sehr flach, damit sind die Chancen Pässe / Berge zu fahren relativ gering. Was ich hier velotechnisch auf die Reihe bekomme, kann ich im Augenblick noch nicht abschätzen. Grosse Sprünge sind vermutlich keine drin, aber ich warte ab und setze mich nicht unter Druck. Gegend und Hotel haben einiges mehr zu bieten als nur Velo fahren.

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Auf dem Weg zurück in die Normalität

Eine weitere Woche als „Vier-Bein“ liegt hinter mir, und langsam hab ich das Gefühl, das Leben wieder in den Griff zu bekommen. Es sind kleine Schritte die auf dem steinigen Weg zurück führen, aber jeder Schritt ist ein kleiner Erfolg und viele kleine Erfolge geben bekanntlich einen grossen Erfolg 🙂  Den Weg gehe ich gern – auch wenn ich es mir im Vorfeld nicht so hart vorgestellt habe.

Steinig - aber überwindbar:-)

Steinig – aber überwindbar:-)

Was leider nicht so toll ist, sind Probleme mit der Wundheilung, nachdem die Fäden entfernt worden sind, hat leider das Grösste der Arthroskopielöcher entschieden wieder auf zu gehen und vor sich hin zu kleckern. Dazu kommen die „Freuden“ des Heaparinspritzens. Es brennt schön und es gibt fiese blaue Flecken. Spritzen muss ich, solange ich mit Krücken unterwegs bin. Aber lieber blaue Flecken als eine Thrombose.

Blaue Flecken wo man hinschaut...

Blaue Flecken wo man hinschaut…

Diese Woche war ich das Erstemal im Bewegungsbad – alleine Schwimmen ist aktuell noch verboten – das war purer Genuss. Danach bin ich zwar im Bus fast eingeschlafen weil ich so fertig war, aber egal, es war schön.

Mein Hausarzt hat in seiner allwissenden Weisheit entschieden, dass ich ab nächste Woche wieder 50 % arbeiten darf. Ich hab zwar noch keine Idee, wie ich das hinbekommen soll, aber ich werde es selbstverständlich probieren. Schliesslich bedeutet Arbeiten das Rückgewinnen eines Stückechens Normalität.

Bedanken möchte ich mich hier bei den Busfahrern von Postauto Graubünden und dem Bus vu Chur. Es ist nicht einfach mit Krücken Bus zu fahren, insbesondere unsere Postautos sind als Überlandbusse ausgelegt, da ist Niederflur Fehlanzeige. Trotzdem wurde ich die letzten Tage mit einer Umsicht und Rücksicht durch Graubünden chauffiert, wie ich es bisher so noch nicht erlebt habe. Das ist nicht selbstverändlich, und diesesn Service finde ich toll und es hilft massiv, den  Alltag zu meistern. Herzlichen Dank!

Unser Postautodeck in Chur. Von hier aus kann man ganz Graubünden entdecken!

Unser Postautodeck in Chur. Von hier aus kann man ganz Graubünden entdecken!