Zwischenbilanz

Da mir inzwischen mehr oder weninger „das Dach auf den Kopf fällt“, ist es für mich mometan wichtig, nicht zu mies drauf zu sein. Zum Glück kann ich mich wieder etwas mehr bewegen, aber noch lange nicht wieder wie gewünscht. Die Tage verbringe ich mit Therapie, Schwimmen, Olympia schauen und dem Ansehen von alten Tour de France-Etappen.

Der wichtigste Therapieort ist aktuell das Bewegungsbad im Churer Kantonsspital, mein Therapeut treibt mich hier fleissig an. Nach der Therapie bin ich völlig platt, aber ich merke insbesondere für die Beweglichkeit, dass mich das weiter bringt 🙂 Gerade Wassertherapie kann ich jedem Hüftpatienten sehr ans Herz legen, bei mir wirkt sie Wunder.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERALetzten Donnerstag habe ich einen ersten Bike-Ausflug unternommen, aber schmerzbedingt war ich nach gut 6 km wieder zu Hause. Immerhin. Letztes Mal hab ich dafür acht Wochen gebraucht, morgen gibt es den nächsten Versuch. Aber Prio 1 ist jetzt erst mal die Krücken entgültig los zu werden, heute habe ich einen ersten Spaziergang komplett „krückenfrei“ gemacht. Leider kann ich das Laufen zur Zeit noch nicht richtig sauber stabilisieren, deshalb sah das vermutlich aus wie bei einem leicht angetrunkenem Kneipenbesucher auf dem Heimweg. Mir fehlt noch die Kraft in den Abdukturen und Adduktoren, das sind die Muskeln die die Seitbewegungen des Beins stabilisieren respektive ermöglichen.

Mit den Schmerzen ist es im Grossen und Ganzem deutlich besser geworden, aber ohne Medikamente ist nach wie vor ein frommer Wunsch. Irgendwie fehlt mir im Augenblick auch die Kraft und die Lust „zu Leiden“. Auch beschwert sich die rechte Hüfte, nur acht Monate Abstand zwischen beiden OPs ist halt schon verdammt wenig. Man muss schon gute Gründe und einen dicken Kopf haben um sich das anzutun.

Wie gehts weiter?

Am nächsten Donnerstag fahre ich ein paar Tage nach Bad Zurzach, das ist ein bekannter Thermalort in der Schweiz. Ich freue mich sehr drauf, endlich mal wieder was Anderes sehen. Auch denke ich, dass mir das Baden sehr gut tun wird, ich hab ja auch sehr gute Erfahrungen aus Scuol in der Beziehung. Da ist mir aber im Augenblick noch zu viel Schnee 😦

Am ersten März geht es nach Mallorca, aber nicht wie üblich in die Tranmontana zu Philipps Biketeam, dies mal fahre ich an die Ostküste zu GustiZollinger. Leider ist die Tranmontana noch zu hügelig für mich, der Ostteil von Mallorca ist sehr flach, damit sind die Chancen Pässe / Berge zu fahren relativ gering. Was ich hier velotechnisch auf die Reihe bekomme, kann ich im Augenblick noch nicht abschätzen. Grosse Sprünge sind vermutlich keine drin, aber ich warte ab und setze mich nicht unter Druck. Gegend und Hotel haben einiges mehr zu bieten als nur Velo fahren.

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Spitalnachlese

Die OP ist gut 12 Tage vorbei, eine erste Gelegenheit Bilanz zu ziehen und ein paar Gedanken an die Zeit im Spital zu verlieren.

Wie beim letzten Mal habe ich mir wieder die Klink Gut in St.Moritz ausgesucht. Damit kam zwar auch wieder das Problem der Heimreise, aber da hatte ich dies mal vorgesorgt, ein Freund sollte ich mich Freitags in St.Moritz abholen und mit mir heim fahren – soweit der Plan.

Auch diesmal war nicht richtig klar was mich erwarten würde, insbesondere da der MRT-Befund noch diffuser war als beim letzten Mal. Auch hatte ich Angst vor dem Setzen des venösen Zugangs, da meine Venen beim Anblick einer Nadel gleich in die Tiefe meiner Fettschichten verschwinden und dem jeweiligen „Stecher“ ein Alptraum erwartet, der bei mir zu heftigen Schmerzen führt. 😦

Zum Glück konnte ich Montags mit dem 7-Uhr-Zug nach St.Moritz fahren. Kaum war ich im Spital angekommen, hiess es auch schon voran machen, es gehe gleich los. Der Narkosarzt kam zu Beusch, und wir einigten uns schnell auf eine Rückenmarksnarkose mit gleichzeitigem Tiefschlaf. Auch schilderte ich ihm mein „Nadelproblem“. Danach wurde ich noch kurz vom Stationsarzt untersucht, dürfte das schicke OP-Hemd anziehen und dann schlenderten wir direkt in den OP-Bereich.

Dort ging es sehr ruhig und zügig her, zu meiner grossen Freude sass der erste Stich – zwar nur fast, aber zum Einschlafen hat es gereicht. Den Rest haben sie dann später erleidgt, anscheind war es auch wieder nicht ganz einfach, aber wenn ich nichts davon merke ist es mir gleich…

Am späteren Nachmittag war ich geistig wieder halbwegs da, nach einem kurzem schmerzhaften Intermezzo wurde ich reichlich mit Schmerzmitteln eingedeckt. Der Operator kam zu Besuch und teilte mir dann den Befund mit.

Interoperaiv stellte sich ein deutliches CAM-Impingement heraus, dazu kam eine Schleimhautentzündung und ein aufgteriebenes, aber zum Glück heiles Labrum. Hinzu kamen noch weitere Kleinigkeiten, die im gleich Gang mit korrigiert worden sind.

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Das Bild oben zeigt mein Labrum, ich habe eine ganze Sammlung dieser Bilder, die Interpretation dazu ist interessant.

Für mich war nur wieder sehr spannend, dass mir mein Körpergefühl – wie üblich – klare Zeichen gegeben hat. Während der MRT-Befund „für die Füchse war“.

Leider hatte ich wieder heftige Schmerzen, die ebenso heftige Schmerzmittel erforderten. Keine Ahnung, warum bei anderen Leuten das nicht so weh tut. Zum Glück wurde ich sehr gut mit Schmerzmitteln eingestellt – dies mal ohne das blöde Tramal – und ging statt am Freitag erst am Samstag nach Hause. Dafür herzlichen Dank an die Anästhesie-Abteilung der Klinik Gut, insbesondere an den Chef des Hauses Andi Grünfelder!

Zu meiner grossen Freude hatte ich Besuch von meiner Freundin Martine, und so verging das erste Wochenende zu Hause leider viel zu schnell. Dienstags stand dann das erste mal Therapie in Chur an, zu meiner grossen Freude musste es ausgerechnet am Dienstag im Churer Rheintal anfangen zu Schneien 😦

Aber wofür hatte ich meine tollen Krücken mit Spikes bekommen?

ZusammenEigentlich eine gute Sache, der geneigte Leser sollte nur wissen, das mit den Spikes ein Laufen auf normalen Böden wie auf einer Eisbahn ohne Spikes ist – daher kann man die Dinger ständig hoch und runter klappen.

Nach der Therapie bin ich heim und hab den Rest des Tages verschlafen….

Zurück auf Feld Null….

Angekündigt hatte es sich schon länger. Wieder Schmerzen. Wieder in der Leiste. Aber dies mal auf der linken Seite. Erst wurde eine Schleimbeutelentzündung als Folge der Überbelastung durch die OP diagnostiziert. Nachdem wir die nun ausreichend therapiert haben zeigt sich nun das wahre Problem.

Cam-Impingement zum Zweiten. Am Donnerstag folgte das unvermeidliche Vorspiel, iniltrieren des Hüftgelenks mit Lokalanästhetikum um zu schauen ob die Schmerzen danach weg sind. Oh Wunder, leider – oder zum Glück? –  ein Volltreffer.  Durch die Untersuchung ist das Ganze jetzt wieder schön gereizt, am Samstag war nach 25 Minuten auf dem Crosstrainer schluss, schmerzbedingt beendet 😦

OP-Termin habe ich auch schon. Am 6.Januar „darf“ ich wieder nach St.Moritz in die Klinik Gut. So ein Sch%%+*&

Damit hat sich das Ziel „Teilnahme am Engadiner Frauenlauf“ erledigt. Trainingslager in Malle ggf. auch, aber da warte ich jetzt ab…

Im Dezember möchte ich noch ein bisschen Spass haben, mal sehen was noch drinne liegt.

Drei Monate Post-OP – Zwischenbilanz

Heute auf den Tag ist meine OP drei Monate her. Seit zwei Wochen gehe ich wieder zu 100 % arbeiten, es ist zwar stressig, aber mit gewissen Modifikationen funktioniert es gut. Modifikation bedeutet, immer wieder zwischen durch die Position zu wechseln, nicht zu lange in der gleichen Position zu bleiben. Also Schreibtisch hoch, im Stehen arbeiten, wieder hinsetzen. Mittagspause beim Schwimmen verbringen etc.

Auch wenn der Anfang sehr zäh war, kann ich heute schon sagen, es hat sich gelohnt. Die ewigen Schmerzen sind weg, auch das Velo fahren geht immer besser.

Kilometerstatistik der letzten Wochen

Kilometerstatistik der letzten Wochen

Die Kilometer werden auch wieder mehr, bei 50 km am Stück ist noch Schluss. Die Spitzenleistung der Wochenkilometer hatte ich vorletzte Woche, die letze Woche konnte ich nicht so viel fahren, da ich viel in Bern – ohne Velo – war.

Mit Steigungen ist es noch „harzig“, hier ein Beispiel aus der vorletzten Woche.

Diagranne: Geschwindigkeit - Hühenmeter - Puls

Diagranne: Geschwindigkeit – Hühenmeter – Puls

Die Tour hatte um die 250 Höhenmeter, danach hatte ich wieder leichte Schmerzen, die gehen allerdings in gut 24 Stunden wieder weg. Im Augenblick arbeite ich eher mit „Stichbelastungen“, d.h. ich fahre ein wenig aus dem Churer Rheintal raus, ein paar hundert Meter den Berg hoch, drehen, fertig.

Ab nächste Woche habe ich zwei Wochen Ferien, die erste Woche bin ich in St.Moritz, die zweite Woche in Scoul. Die Zeit möchte ich noch mal nutzen, um weiter an der Kraft zu arbeiten. Denn daran hapert es noch. Aber auch das wird wieder werden:-)

Auch möchte ich veruchen meine Gehstrecken aus zu bauen, aktuell ist nach 1 -2 Stunden Schluss 😦 Aber kommt Zeit, kommt Gehstrecke. Geduld heisst das Zauberwort, Pläne machen besser später…

Langsam bin ich wieder die Alte, voller Elan, zwar immer noch mit zu viel Speck auf den Rippen, aber ja, es geht aufwärts:-)

Über das Pläne machen….

Ich plane für mein Leben gerne. Es bringt Struktur ins Leben, und ich kann mich daran erfreuen, minutiös meine Pläne einzuhalten. Vermutlich hat es mir deshalb auch so gut bei der SBB gefallen, da das Einhalten des Fahrplans oberstes Ziel ist:-)

Blöd ist nur, wenn das, was ich mir geplant habe, zu ambitiös ist:-( Im normalen Leben habe ich damit überhaupt kein Problem, denn Pläne sind bekanntlich dazu da, je nach Situation redimensioniert zu werden. Aktuell frustet es mich, denn jeden Tag muss ich auf den Kalender schauen, und alles, was ich mir vor der Hüft-OP an Plänen zurecht gelegt habe, ist für die Tonne…

Die Tonne ist zwar schon fast voll, aber irgendwie werde ich meine Pläne auch noch drinn deponieren

Die Tonne ist zwar schon fast voll, aber irgendwie werde ich meine Pläne auch noch drinn deponieren

Ganz so gefrustet, wie es scheint bin ich nicht, ich erfreue mich an den kleinen Fortschritten die ich jeden Tag mache. Speziell ist jedoch, dass ich keine längerfristigen Pläne machen kann, da ich keine Ahnung habe, wie sich der Heilungsverlauf weiter entwicklelt.

Ich fühle mich im Augenblick so:

Manchmal ist der Blick noch unscharf....

Manchmal ist der Blick noch unscharf….

Ich sehe zwar schon was es ist, aber die Details sind mir mehr als unklar. Leider findet man im Web auch sehr wenig über den postoperativen Verlauf nach CAM-Impingement und auch mein Orthopäde hat mir mitgeteilt, dass das individuell sehr unterschiedlich sein kann….

Also übe ich mich weiter in Geduld und und habe es aufgegeben quasi täglich meine Pläne zu redimensionieren. Morgens nach dem Aufstehen schaue ich wie es mir geht und versuche halbwegs realistische Ziele für den jeweiligen Tag zu setzen.

Im Augenblick trainiere ich an dieser Treppe:

Trainingstreppe - schöne niedrige Stufen...

Trainingstreppe – schöne niedrige Stufen…

Die Treppe hat ausgesprochen niedrige Stufen, ich übe an dieser Treppe, wieder wie ein normaler Mensch mit beiden Beinen Stufen zu gehen. Da das Ganze halbwegs schmerzfrei über die Bühne gehen soll, ist diese Herausforderung im Augenblick völlig ausreichend für mich. Gestern war z.B. das Tagesziel diese Treppe 10x hoch und runter zu gehen. Das hab ich geschafft, zwar sehr langsam, aber das Tempo war ja nicht Bestandteil der Zieldefinition.

So „hangele“ ich mich von Tag zu Tag und schaue wie es weiter geht.

Sechs Wochen Post-OP – eine erste Zwischenbilanz

Am Montag dieser Woche  auf den Tag vor sechs Wochen wurde ich in St. Moritz operiert. Damit ist es an der Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

Mit freiem Blick lässt es sich gut denken:-)

Mit freiem Blick lässt es sich gut denken:-)

In den sechs Wochen gab es viele Hochs und Tiefs, sowohl körperlicher als auch psychischer Art.

Die erste Herausforderung war den Singlehaushalt alleine zu Meistern. Zum Glück kam nach gut einer Woche die Spitex, damit wurde es massiv einfacher, Heute kann ich sagen, dass die Wohnung noch steht und ich nicht „verelendet“ bin. Erleben möchte ich aber die erste Woche zu Hause so in dieser Form nicht mehr.

Lessons learned Nr 1: Vor der OP definitiv klären wie es zu Hause weiter geht. Die gute rheinische Einstellung „Et hätt no immer jood jejange“ trift hier nicht zu. Die Variante „Hotel“ die ich vor der OP überlegt hatte ist im Nachhinein auch unrealistisch. Entweder Rehaklinik, Kurzzeitpflege oder Spitex im grösseren Umfang von Anfang an….

Weiter ging es mit der Tatsache, dass sowohl mein Hausarzt als auch sämtliche Therapien in Chur statt finden und nicht in meinem Wohnort. Daher war und ist fast tägliches Fahren mit dem öV angeagt. Zum Glück funktioniert der öV bei uns in der Schweiz sehr gut, trotzdem war es sehr mühsam, mit Krücken die diveresen Haltstellen zu erreichen. Anderseits war damit von Anfang an die Bewegung garantiert….

Auch konnte ich mich am Anfang in keinster Weise mit dem Fakt abfinden, dass ich körperlich nicht viel machen kann. Dazu kam die Müdigkeit von den Schmerzmitteln und Kreislaufprobleme. Ich bin ein Bewegungsmensch, und da ist eine Zwangspause sehr schwer zu verdauen. Ich habe auf der einen Seite unterschätzt, dass die Operation so körperlich an die Substanz geht, auf der anderen Seite, dass meine übliche „Stressabbaustrategie“ darin besteht, dass ganze überflüssige Adrainalin abzutrainieren. Daher bin ich in ein übles Loch gefallen und wusste nicht, was ich mit all meinem Ängsten, Stress und Sonstigem machen sollte.

Lessons leanred Nr 2: Realistisch vor der Operation überlegen, was mich danach erwartet. Das Ganze nicht durch eine „Rosa-Brille“ anschauen, sondern tatsachenorientiert. Eine Hüft-Op blebt eine Hüft-Op, auch wenn sie in meinem Fall arthroskopisch durchgeführt worden ist. Sich mentale Strategien zurecht legen, wie ich mit persönlichen Tiefs umgehen soll.

Als Nächstes gab es dann die Wundheilungsstörungen. Sprich, einen Tag nach dem Entfernen der Fäden ging die Narbe wieder auf. Für mich war das schon am Wochenende vorher absehbar, aber mein Hausarzt sah das wohl anders. Es hat bis gestern gedauert, dass die Wunde definitiv zu war. Ich führe die Probleme u.a. darauf zurück, dass ich viel zu viel am Anfang machen musste. Siehe dazu auch Lessons learned Nr. 1

Da ich keine Lust hatte mich mit meinem Hausarzt zu unterhalten habe ich zu lange gewartet bis ich zum Arzt bin. Irgendwann hatte ich Fieber und da konnte ich nicht mehr warten. Zur Belohnung gabs Antibiotika für zehn Tage.

Lessons learned Nr 3: Einen Hausazt haben dem ich vertraue und mit dem ich über alles reden kann. Leider findet mn das aber erst raus, wenn es wirklich mal ernst wird…..

Was bleibt sosnt? Mit dem Schalfen ist das so eine Sache. Ich hab immer noch nicht wieder meinen üblichen Schlafrythmus zurück, daher bin viel müde, und muss aufpassen, dass meine Umwelt nicht drunter leidet 😦

Diese Woche geht es endlich aufwärts, vermutlich auch deshalb, dass ich wieder arbeitsunfähig geschrieben bin, und mich intensiv der Therapie, dem Erholen und dem Training zuwenden kann. Mein Hausarzt – siehe Lessons learned Nr 3 – war der gloreichen Auffassung das ich wieder zu mindestens 50 % arbeiten könne. Das Ergebnis dieser Entscheidung war eine Kapselreizung und diverse sonstige gesundheitliche Probleme 😦

Wie gehts weiter?

Langsam fange ich an die Krücken weg zu lassen. In der Wohnung geht das für eine gewisse Zeit ganz gut, dann beginnen die Schmerzen und ich benutze wieder meine Stöcke. Treppen steigen geht noch gar nicht, insbesondere aufwärts ist sehr schwierig. Da übe ich momentan fleissig mit meiner „trocken-Physio“ dran.

Ich gehe viel Schwimmen, insbesondere kämpfe ich damit, beim Kraulen meine Beinbewegung wieder auf die Reihe zu bekommen. Brust schwimmen ist aktuell mit den Beinen kein Thema….

Fast täglich schleiche ich um meine Velos. Da aber das rechte Bein mein Standbein ist, muss ich mich wohl noch ein bisschen gedulden…

Fazit:

Auch wenn hier viel Negatives steht, und die letzen Wochen hart waren, bin ich froh, dass ich mir die OP hab machen lassen. Endlich sind die elenden Schmerzen in der Hüfte weg.  Auch wenn dauert, und ich manchmal fast am Verzweifeln bin, ich denke dass sich die Sache gelohnt hat. Insbesondere, wenn ich wieder voll sportfähig werde – wie versprochen….

Von Kapselreizungen, innerem Zwiespalt und anderen Abenteuern

Wie gestern bereits auf Facebook kurz erwähnt, hat mich mein Orthopäde nun für die nächsten drei Woche komplett auf dem Verkehr gezogen. Auf der einen Seite vielleicht zu viel gemacht, auf der anderen Seite tut mit auch die etwas verkrampfte Arbeitshaltung vor dem Rechner auf der Arbeit nicht so gut Diesen Beitrag schreibe ich gemütlich auf dem Sofa liegend, völlig enspannt mit dem MacBook auf den Beinen…

Die Hüftkapsel sei überreizt, das könne leicht chronisch werden und dann bräuchte es Cortison und viel Zeit damit das wieder weg geht. Jetzt soll ich Schwimmen gehen, das Bein nur noch eindimensional bewegen ausser im Wasser und Velo fahren. Ausserdem darf ich langsam die Gewichtsbelastung auf dem Bein steigern. Also fahre ich morgen wieder für ein paar Tage nach Scuol, wohlgemerkt finanzert aus Eigenmitteln…

Ich hab mir das einfacher vorgestellt. Im Web hab ich diverse Foreneinträge von anderen Leuten mit der gleichen OP gefunden, da liesst sich das alles einfacher. Entweder sind die OPs untereinander doch nicht so vergleichbar, die anderen Schreiber haben nicht die Wahrheit geschrieben oder ich bin einfach ein Weichei…

Eingentlich hab ich im Geschäft reichlich Arbeit, und die muss jetzt wieder liegen bleiben. Ich hab ein schlechtes Gewissen, und bin mir noch nicht im Klaren, wie ich damit umgehen soll. Arbeiten trotz Krankschreibung und ein chronisches Leiden riskieren? Vermutlich nicht die beste Entscheidung. Ich werd jetzt das machen was unbedingt notwendig ist, und der Rest bleibt liegen. Ich kann es nicht ändern. Vermutlich hätte ich gar nicht arbeiten sollen, aber mein Hausarzt war ja der Auffassung, dass ich unbedingt gehen muss 😦 Danke dafür!

Meine schönen Pläne bezüglich Aufbautrainng kann ich dann auch erst mal wieder vergessen, ich werde jetzt von Tag zu Tag schauen was schmerzfrei machbar ist, und alles Andere einfach lassen. Auch wenn mir das schwer fällt…..

Transamerican 2014 ist seit gestern für mich in weite Ferne gerückt, aber entscheiden möchte ich das erst im Herbst, vorher macht es vermutlich keinen Sinn irgendwelche Entsdcheidungen zu treffen, da die Basis für die Entscheidung noch unvollständig ist….

Scuol – Genuss in der Bogn Engiadina

Scuol – was ist das denn? Wird der ein oder andere Nichtündner vermutlich fragen. Scuol, oder auch auf Deutsch „Schuls“ ist eine Bündner Gemeinde im Unterengadin.

Karte der Gemeinde Scuol

Karte der Gemeinde Scuol

Scuol liegt relativ am Ende der Schweiz, dafür ist Südtirol und Österreich direkt nebenan. Scuol ist nicht nur ein wunderbares Dorf mit schönen Engadiner Häusern, sondern auch Heimat der Bogn Engadina.

Kleiner Ausschnitt von Engadiner Häusern in Scuol

Kleiner Ausschnitt von Engadiner Häusern in Scuol

Bogn heisst auf deutsch Bad, es geht um ein tolles Thermalbad. Damit ich meiner Genesung weiter auf die Sprünge helfen konnte, war ich für vier Tage in Scuol, und habe es sehr genossen, dass ich mich dreimal am Tag an einen gedeckten Tisch setzen konnte, keine Treppen laufen musste, und Bad, Therapie und Fitnesscenter gleich um die Ecke waren.

Auch gibt es im Hotel eine sehr nette Theke mit freundlichen Einheimischen. Besonders hat mir gefallen, dass fast nur Romanisch gesprochen wurde. Allerdings wieder ein anderes Romanisch als bei uns in Domat/Ems, das in Scuol war für mich einfacher zu verstehen 🙂

Verteilunng der räteromanischen Dialekte in Graubünden

Verteilunng der räteromanischen Dialekte in Graubünden

Ich verstehe es immer noch nicht, warum mein Hausarzt mich nicht in den Reha geschickt hat. Mir haben die vier Tage  gut getan, was die Beweglichkeit der Hüfte betrifft, hab ich massive Fortschritte gemacht. Auch gehts mir psychisch langsam wieder besser 🙂

Leider ist die OP-Wunde immer noch nicht zu, es ist zwar nur noch ein kleines Loch, aber „saut“ eben immer noch rumm. Antibiotika sind seit gestern abgesetzt, statt dessen darf ich jetzt eine Salbe in die Wunde schmieren. Ob das hilft?

Seit dieser Woche versuche ich 50 % zu Arbeiten. Es fällt mir schwer, auf der einen Seite den Terminkalender zwischen Arbeiten und Therapie in Einklang zu bringen, auf der anderen Seite habe ich immer noch Probleme mit dem längeren Sitzen am Schreibtisch / PC-Arbeit.

Die ganze Sache ist langwierig, aber wenn ich in ein paar Wochen wieder sportlich voll aktiv sein kann,  ist die Phase schnell verdrängt. Vergessen werde ich sie nicht so schnell, ich bin in den letzten Wochen auf die Welt gekommen…..

Zum Thema Freunde habe ich mich hier schon mal ausgelassen, dazu kommt das miese Verhältnis zu meinem Hausarzt, hier ist auf meiner Seite so gut wie kein Vertrauen mehr vorhanden. D.h. auch dort steht demnächst Veränderung an.

Aber alles zu seiner Zeit, ich denke über diverse Veränderungen nach. Mal sehen wo diese Überlegungen hin führen, es bleibt spannend.

Auf dem Weg zurück in die Normalität

Eine weitere Woche als „Vier-Bein“ liegt hinter mir, und langsam hab ich das Gefühl, das Leben wieder in den Griff zu bekommen. Es sind kleine Schritte die auf dem steinigen Weg zurück führen, aber jeder Schritt ist ein kleiner Erfolg und viele kleine Erfolge geben bekanntlich einen grossen Erfolg 🙂  Den Weg gehe ich gern – auch wenn ich es mir im Vorfeld nicht so hart vorgestellt habe.

Steinig - aber überwindbar:-)

Steinig – aber überwindbar:-)

Was leider nicht so toll ist, sind Probleme mit der Wundheilung, nachdem die Fäden entfernt worden sind, hat leider das Grösste der Arthroskopielöcher entschieden wieder auf zu gehen und vor sich hin zu kleckern. Dazu kommen die „Freuden“ des Heaparinspritzens. Es brennt schön und es gibt fiese blaue Flecken. Spritzen muss ich, solange ich mit Krücken unterwegs bin. Aber lieber blaue Flecken als eine Thrombose.

Blaue Flecken wo man hinschaut...

Blaue Flecken wo man hinschaut…

Diese Woche war ich das Erstemal im Bewegungsbad – alleine Schwimmen ist aktuell noch verboten – das war purer Genuss. Danach bin ich zwar im Bus fast eingeschlafen weil ich so fertig war, aber egal, es war schön.

Mein Hausarzt hat in seiner allwissenden Weisheit entschieden, dass ich ab nächste Woche wieder 50 % arbeiten darf. Ich hab zwar noch keine Idee, wie ich das hinbekommen soll, aber ich werde es selbstverständlich probieren. Schliesslich bedeutet Arbeiten das Rückgewinnen eines Stückechens Normalität.

Bedanken möchte ich mich hier bei den Busfahrern von Postauto Graubünden und dem Bus vu Chur. Es ist nicht einfach mit Krücken Bus zu fahren, insbesondere unsere Postautos sind als Überlandbusse ausgelegt, da ist Niederflur Fehlanzeige. Trotzdem wurde ich die letzten Tage mit einer Umsicht und Rücksicht durch Graubünden chauffiert, wie ich es bisher so noch nicht erlebt habe. Das ist nicht selbstverändlich, und diesesn Service finde ich toll und es hilft massiv, den  Alltag zu meistern. Herzlichen Dank!

Unser Postautodeck in Chur. Von hier aus kann man ganz Graubünden entdecken!

Unser Postautodeck in Chur. Von hier aus kann man ganz Graubünden entdecken!

Das Bänkli

Zeit – sollte man meinen habe ich reichlich. Weit gefehlt. Ich hab ein Programm, was sich gewaschen hat.

  • Tählich 2- 3 mal 30 Minuten Bewegungsschiene –> Bett, Rückenlage
  • Täglich 2 x Spinning-Bike je 15 – 30 Minuten
  • Täglich zwei Stunden Bauchlage –> Bett, Bauchlage

Dazu kommen Besuche beim Physio in Chur und beim Hausarzt.

Dann gilt es, die eigene Körperpflege durch zu führen – dauert zwei- bs dreimal so lange wie sonst, und irgendwie den Single-Haushalt zu schmeissen….

Zum Glück kommt seit Freitag die Spitex Imboden und unterstützt mich im hauswirtschaftlichen Teil. Schade, dass das erst jetzt passiert. Ich frage mich, wer hätte daran denken sollen diese Unterstützung von Beginn an aufzubieten? Ich? Mein Hausarzt, das Spital? Ich weiss es nicht. Was ich weiss: Aus Schaden wird man klug = das nächste Mal werde ich mich im Vorfeld um dieses Thema kümmern….

Täglich mache ich einen kleinen Spaziergang, damit sowohl die Seele als auch der Kreislauf in Schuss bleibt. Wenn ich den Spaziergang von zu Hause aus unternehme, führt er mich in der Regel zu meinem Lieblingsbänkli.

Lieblingsbank auf dem Stauwerk Ems

Lieblingsbank auf dem Stauwerk Ems

Hier kann ich sitzen, schauen, übers Leben nachdenken und überhaupt. Auf der einen Seite freue ich mich sehr über die Chance vermutlich alles wieder machen zu können, auf der anderen Seite wird mir in den letzten Tagen die Abhängigkeit von Institutionen oder anderen Personen bewusst. Mitdenken scheint nicht jedermanns Sache zu sein, und gute, zuverlässige Freunde sind Gold wert. Auch kann virtuelle Präsenz hilfreich sein, aber sie ersetzt nicht die Physische. Es geht halt nichts darüber, wenn Dich einfach mal jemand in den Arm nimmt…

Das Bedarfsklärungsgespräch mit der Spitex war u.a auch interessant, da die Themen „Bezugsperson“ und „Patientenverfügung“ angesprochen worden sind. Eine Patientenverfügung brauch ich zwar momentan nicht, aber mir ist in dem Gespräch bewusst geworden, dass ich aktuell in meinem physischen Umfeld niemand habe, von dem ich möchte oder dem ich zumuten möchte, dass er im Fall des Falls für mich entscheidet.

Da die Erkenntnis bekanntlich nur der erste Schritt ist, muss ich jetzt schauen, was die Konsequenzen dieser Erkenntnis sind. Ich weiss es noch nicht, aber „kommt Zeit kommt Rat“.

In den nächsten Tagen werde ich mich auf meine weitere Reha konzentrieren, morgen werden zum Glück die Fäden gezogen. Damit kann ich ab Mittwoch meinem Aktivitätenprogramm eine weitere Tätigkeit hinzu fügen – Wassertherapie. Da die Obere Au leider keine Treppe ins Becken hat, der Sand nicht öffentlich ist, heisst das dann auf die Lenzerheide, das H2Lai hat eine Treppe.

Zum Glück weiss ich warum ich das Alles mache. Ich will wieder Sport machen, mich bewegen. Insbesondere will ich zurück aufs Velo, je schneller desdo besser:-)

Transamerican – ich komme. –> Fragt sich nur wann…..