Dieser Weg…

wird kein leichter sein – heisst es im Song von Xavier Nandoo. Wer das Lied nicht kennt kann es hier hören.

Eingentlich sollte dieser Beitrag „Über die Angst – und wie man dagegen vorgeht“ heissen. Dann hab ich heute morgen im Radio Xaviers Lied gehört und hab mich spontan für den anderen Titel entschieden da er viel besser zum Thema passt.

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Am 6. Januar „darf“ ich wieder unters Messer und mir stand die letzen Tage die Angst davor bis zum Hals. Jetzt geht es mir langsam besser, denn ich habe eine andere Einstellung zum Thema gefunden. Das war am Anfang nicht ganz leicht, aber nach dem ich mir die Sache x-mal „vorgebetet“ habe glaube ich jetzt langsam aber sicher dran 🙂 Die Geschichte ist die:

„Wenn ich das jetzt hinter mir habe kann es nur besser werden. Ich habe nur zwei Hüften, es wird nun die zweite Hüfte operiert und damit sollte dann Ruhe sein. Ich kann anfangen wieder sauber aufzubauen und damit ist die Sache ausgestanden“.  „Ich habe einen tollen Sommer vor mir, und kann endlich weider schmerzfrei Velo fahren und halbwegs schmerzfrei Wandern.“

Verrückt? Einfälltig? Eher nicht, denn der Glaube kann Berge versetzen.

DSCF3633Vor einiger Zeit hat mich mal ein Arbeitskollege gefragt wo ich die ganze Motivation her nehme. Die Frage ist einfach zu beantworten: Ich glaube an meine Ziele. Wenn ich die nicht hätte, wer ich vermutlich schon eine rollende fette Tonne. Statt dessen hab ich letztes Jahr insgesamt gut 7 Kilo abgenommen und werde dieses Jahr wieder diverse Kilos abnehmen.

Sich Ziele setzen heisst aber auch zu verzichten. Wenn ich das Eine mache, kann ich nicht das Andere machen. Auch mir fällt das nicht gerade leicht, aber ohne Fokosierung geht es nun mal nicht. Daher wird mein Weg weiter gehen, aber auf Rosen bin ich nicht dabei gebettet….

Zurück auf Feld Null….

Angekündigt hatte es sich schon länger. Wieder Schmerzen. Wieder in der Leiste. Aber dies mal auf der linken Seite. Erst wurde eine Schleimbeutelentzündung als Folge der Überbelastung durch die OP diagnostiziert. Nachdem wir die nun ausreichend therapiert haben zeigt sich nun das wahre Problem.

Cam-Impingement zum Zweiten. Am Donnerstag folgte das unvermeidliche Vorspiel, iniltrieren des Hüftgelenks mit Lokalanästhetikum um zu schauen ob die Schmerzen danach weg sind. Oh Wunder, leider – oder zum Glück? –  ein Volltreffer.  Durch die Untersuchung ist das Ganze jetzt wieder schön gereizt, am Samstag war nach 25 Minuten auf dem Crosstrainer schluss, schmerzbedingt beendet 😦

OP-Termin habe ich auch schon. Am 6.Januar „darf“ ich wieder nach St.Moritz in die Klinik Gut. So ein Sch%%+*&

Damit hat sich das Ziel „Teilnahme am Engadiner Frauenlauf“ erledigt. Trainingslager in Malle ggf. auch, aber da warte ich jetzt ab…

Im Dezember möchte ich noch ein bisschen Spass haben, mal sehen was noch drinne liegt.

Sechs Wochen Post-OP – eine erste Zwischenbilanz

Am Montag dieser Woche  auf den Tag vor sechs Wochen wurde ich in St. Moritz operiert. Damit ist es an der Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

Mit freiem Blick lässt es sich gut denken:-)

Mit freiem Blick lässt es sich gut denken:-)

In den sechs Wochen gab es viele Hochs und Tiefs, sowohl körperlicher als auch psychischer Art.

Die erste Herausforderung war den Singlehaushalt alleine zu Meistern. Zum Glück kam nach gut einer Woche die Spitex, damit wurde es massiv einfacher, Heute kann ich sagen, dass die Wohnung noch steht und ich nicht „verelendet“ bin. Erleben möchte ich aber die erste Woche zu Hause so in dieser Form nicht mehr.

Lessons learned Nr 1: Vor der OP definitiv klären wie es zu Hause weiter geht. Die gute rheinische Einstellung „Et hätt no immer jood jejange“ trift hier nicht zu. Die Variante „Hotel“ die ich vor der OP überlegt hatte ist im Nachhinein auch unrealistisch. Entweder Rehaklinik, Kurzzeitpflege oder Spitex im grösseren Umfang von Anfang an….

Weiter ging es mit der Tatsache, dass sowohl mein Hausarzt als auch sämtliche Therapien in Chur statt finden und nicht in meinem Wohnort. Daher war und ist fast tägliches Fahren mit dem öV angeagt. Zum Glück funktioniert der öV bei uns in der Schweiz sehr gut, trotzdem war es sehr mühsam, mit Krücken die diveresen Haltstellen zu erreichen. Anderseits war damit von Anfang an die Bewegung garantiert….

Auch konnte ich mich am Anfang in keinster Weise mit dem Fakt abfinden, dass ich körperlich nicht viel machen kann. Dazu kam die Müdigkeit von den Schmerzmitteln und Kreislaufprobleme. Ich bin ein Bewegungsmensch, und da ist eine Zwangspause sehr schwer zu verdauen. Ich habe auf der einen Seite unterschätzt, dass die Operation so körperlich an die Substanz geht, auf der anderen Seite, dass meine übliche „Stressabbaustrategie“ darin besteht, dass ganze überflüssige Adrainalin abzutrainieren. Daher bin ich in ein übles Loch gefallen und wusste nicht, was ich mit all meinem Ängsten, Stress und Sonstigem machen sollte.

Lessons leanred Nr 2: Realistisch vor der Operation überlegen, was mich danach erwartet. Das Ganze nicht durch eine „Rosa-Brille“ anschauen, sondern tatsachenorientiert. Eine Hüft-Op blebt eine Hüft-Op, auch wenn sie in meinem Fall arthroskopisch durchgeführt worden ist. Sich mentale Strategien zurecht legen, wie ich mit persönlichen Tiefs umgehen soll.

Als Nächstes gab es dann die Wundheilungsstörungen. Sprich, einen Tag nach dem Entfernen der Fäden ging die Narbe wieder auf. Für mich war das schon am Wochenende vorher absehbar, aber mein Hausarzt sah das wohl anders. Es hat bis gestern gedauert, dass die Wunde definitiv zu war. Ich führe die Probleme u.a. darauf zurück, dass ich viel zu viel am Anfang machen musste. Siehe dazu auch Lessons learned Nr. 1

Da ich keine Lust hatte mich mit meinem Hausarzt zu unterhalten habe ich zu lange gewartet bis ich zum Arzt bin. Irgendwann hatte ich Fieber und da konnte ich nicht mehr warten. Zur Belohnung gabs Antibiotika für zehn Tage.

Lessons learned Nr 3: Einen Hausazt haben dem ich vertraue und mit dem ich über alles reden kann. Leider findet mn das aber erst raus, wenn es wirklich mal ernst wird…..

Was bleibt sosnt? Mit dem Schalfen ist das so eine Sache. Ich hab immer noch nicht wieder meinen üblichen Schlafrythmus zurück, daher bin viel müde, und muss aufpassen, dass meine Umwelt nicht drunter leidet 😦

Diese Woche geht es endlich aufwärts, vermutlich auch deshalb, dass ich wieder arbeitsunfähig geschrieben bin, und mich intensiv der Therapie, dem Erholen und dem Training zuwenden kann. Mein Hausarzt – siehe Lessons learned Nr 3 – war der gloreichen Auffassung das ich wieder zu mindestens 50 % arbeiten könne. Das Ergebnis dieser Entscheidung war eine Kapselreizung und diverse sonstige gesundheitliche Probleme 😦

Wie gehts weiter?

Langsam fange ich an die Krücken weg zu lassen. In der Wohnung geht das für eine gewisse Zeit ganz gut, dann beginnen die Schmerzen und ich benutze wieder meine Stöcke. Treppen steigen geht noch gar nicht, insbesondere aufwärts ist sehr schwierig. Da übe ich momentan fleissig mit meiner „trocken-Physio“ dran.

Ich gehe viel Schwimmen, insbesondere kämpfe ich damit, beim Kraulen meine Beinbewegung wieder auf die Reihe zu bekommen. Brust schwimmen ist aktuell mit den Beinen kein Thema….

Fast täglich schleiche ich um meine Velos. Da aber das rechte Bein mein Standbein ist, muss ich mich wohl noch ein bisschen gedulden…

Fazit:

Auch wenn hier viel Negatives steht, und die letzen Wochen hart waren, bin ich froh, dass ich mir die OP hab machen lassen. Endlich sind die elenden Schmerzen in der Hüfte weg.  Auch wenn dauert, und ich manchmal fast am Verzweifeln bin, ich denke dass sich die Sache gelohnt hat. Insbesondere, wenn ich wieder voll sportfähig werde – wie versprochen….