Vallada-Touren

Heute möchte ich Euch von einer typischen Schweizer Alltagsaktivität berichten, die sich sehr gut für das Tourentraining verwenden lässt. Vielen bekannt ist der wunderbare Film „Die Schweizermacher“.  Dort geht es u.a. um eine Tänzerin, die sich angeblich nicht anpassen möchte, weil sie nicht die üblichen weissen Müllsäcke verwendet sonder braune Säcke:-) Da ich in einer ordentlichen Graubündner Gemeinde lebe, haben auch wir die ein oder andere Regel wie mit „Mischt“ umzugehen ist.

Ein beliebtes Thema ist immer wieder das Altpapier. Von meinem ersten Schweizer Chef habe ich gelernt, dass das Altpapier in genau definierte Bündel mit eine genau definierten Seil zusammen zu binden ist. Begründung war: „Die Kinder der Gemeinde sammeln das Papier ein und schichten es ordentlich im Container. Daher darf das Bündel nicht zu schwer sein und muss gut stapelbar sein“. –> Gut das es in meiner alten Gemeinde in Basel-Landschaft einen grossen LKW mit starken Männern gab:-)

Hier in Ems haben wir tatsächlich die Situation das viermal pro Jahr die Kinder mit Handwagen ausrücken und das Papier von Sammelplätzen aus einsammeln und eben in Container schichten! Da ich aber immer diese Termine verpenne, muss ich mein Papier selbst auf unsere Deponie Vallada bringen und dort ordentlich in den Container schichten! Da ich kein Auto habe, ist das Ganze mit dem Velo zu erledigen. Pro Tour kann ich fünf Stapel versorgen, je zwei in den hinteren Packtaschen sowie ein Stapel auf dem Gepäckträger:

Beladenes Velo mit vorschriftsmässigem Bündel

Beladenes Velo mit vorschriftsmässigem Bündel

Diese fünf Bündel bringen je nach Inhalt eine Zuladung bis zu 20 kg. Also ein gutes Training. Bei der ersten Fuhre heute morgen hat es mich fast umgehauen, die Zweite war ok, da diese auch leichter war! Im Container gab es einen Riesenaufstand, da ein Mitbewohner südeuropäischer Herkunft sein Altpapier vollkommen unvorschriftsmässig abgeworfen hat und sich damit den Zorn eines alteingesessenen Emser Bürgers zugezogen hat. Für Unterhaltung ist bei uns immer gesorgt:-)

Nachdem ich dann alle haushaltärischen Pflichten erledigt hatte, konnte ich mich dem Vergnügen zuwenden. Gerne wollte ich heute mal wieder eine neue Velostrecke testen, damit kommt bei mir meist das MTB zum Einsatz, damit bin ich für jede Form der Wegbeschaffenheit gerüstet. Auch zeigte Scchweiz Mobil einen gepunkteten Weg an, das bedeutet Singletrail.

Die Punkte von dem Bild kamen dann so daher:

Belohnung nach getaner Arbeit, unterwegs mit dem Bike

Belohnung nach getaner Arbeit, unterwegs mit dem Bike

Ein Traumweg, jedoch bei mehr Wasser im Hinterrhein kein Thema, da fast auf Wasser-Niveau. Leider hatte ich heute keinen guten Tag erwischt, ich fand alles sehr anstrengend und auch mein Puls bewegte sich ca. zehn Schäge über Standard 😦 Trotzdem habe ich mich fleissig bis nach Thusis vorgekämpft. Der Plan war eigentlich wurch die Via Mala nach Andeer zu fahren, aber der Steinschlag machte mir einen Strich durch die Rechnung:

Endstation der heutigen Tour. Vor Steinschlag hab ich einen mordsmässigen Respekt

Endstation der heutigen Tour. Vor Steinschlag hab ich einen mordsmässigen Respekt

Auf die Strasse hatte ich keine Lust. Also bin ich retour und habe mich dann in Rodels auf die Regionalbahn verladen. Hier noch ein Bild meiner „Zarten Radlerbeine“ beim Warten auf die Bahn:

Meine "zarten" Radlerbeine nach getaner Arbeit

Meine „zarten“ Radlerbeine nach getaner Arbeit

Endlich ohne Überschuhe und in DreiViertel-Hose 🙂